Birne

Die Birne ist ein Kernobst, das ursprünglich aus Asien stammt und im ausgeglichenen Klima Mitteleuropas hervorragend gedeiht. Birnen sind nicht nur schmackhaft, saftig und oft honigsüß, in ihnen stecken auch wertvolle Vitalstoffe, die gegen verschiedene Befindlichkeitsstörungen und Beschwerden wirksam sind.

Inhaltsangabe

  1. Gesundheitspotential
  2. Lagerung
  3. Verwendung in der Küche
  4. Verschiedene Formen
  5. Gesundheitliche Studien und Erkenntnisse

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Birne

VitalstoffMenge je 100g
Vitamin C5.00 mg
Vitamin B60.02 mg
Vitamin B3 (Niacin)0.20 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.04 mg
Vitamin B10.03 mg
Vitamin E0.40 mg
Vitamin A (Ă„quivalent)2.00 mcg
Eisen0.20 mg
Magnesium8.00 mg
Phosphor13.00 mg
Calcium9.00 mg
Kalium128.00 mg
Natrium2.00 mg

Birnen - prall gefüllte Wirkstoffpakete

Das Fruchtfleisch und die Schalen von Birnen enthalten sehr viele wichtige und physiologisch optimal verwertbare Inhaltsstoffe. Besonders hervorzuheben ist ihr Gehalt an Kalium, Folsäure, Polyphenolen und Flavonoiden.

Mit Birnen die Verdauung ankurbeln

Birnen haben einen besonders hohen Wasseranteil. Durch die kurze Verweildauer im Magen gelangen die gelösten Nährstoffe rasch in den Darm. Ihr Gehalt an Ballaststoffen, Fruktose und Sorbitol hilft, Verstopfungen aufzulösen. Birnen wirken somit laxativ und darmreinigend. Für Menschen mit einem erhöhten Flüssigkeitsbedarf ist der Genuss von Birnen besonders empfehlenswert und häufig einfacher umzusetzen, als das Trinken von mehreren Litern Wasser pro Tag.

Kalium in Birnen regt die Nieren an und reguliert den Blutdruck

Kaliumreiche Lebensmittel wie die Birne wirken harntreibend und entwässernd. Der Verzehr von Birnen kann daher bei Nieren- und Blasenproblemen helfen. Dialysepatienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten allerdings auf Birnen verzichten. Kalium wirkt blutdruckregulierend und senkt das Risiko für Schlaganfälle. In verschiedenen Studien wurde belegt, dass eine Erhöhung der Kaliumaufnahme mit einer Blutdrucksenkung einhergeht. Kalium ist als wichtiges Elektrolyt außerdem für die Steuerung der Muskeltätigkeit mitverantwortlich.

Mit Birnen den inneren Gute-Laune-Faktor aktivieren

Folsäure ist unentbehrlich für die Produktion körpereigener Glückshormone, Wachstum und Blutbildung. Wer Birnen regelmäßig auf seinen Speiseplan setzt, tut sowohl seinem Körper als auch seiner Seele etwas Gutes.

Die Macht der Farben

Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe, die mit einem verringerten Risiko für bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Krankheiten assoziiert werden. Es gibt Anhaltspunkte für antioxidative, antithrombotische, blutdrucksenkende, entzündungshemmende, immunstimulierende und antibiotische Wirkungen von Flavonoiden. Möglich scheint auch ein positiver Einfluss der Flavonoide auf die kognitiven Fähigkeiten.

Mit fermentiertem Birnensaft Magengeschwüre verhindern

Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das für die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren verantwortlich ist. Fermentierter Birnensaft kann offenbar das  Bakterienwachstum eindämmen. Dazu sollte die Fermentationszeit mindestens 48 bis 72 Stunden betragen. Für den Fermentationsprozess pro Liter Birnensaft ein kleines Glas Sauerkrautsaft, Brottrunk oder effektive Mikroorganismen zusetzen. Den Saft an einem warmen Ort abgedeckt gären lassen. Das Gefäß nicht fest verschließen, damit die Gärgase entweichen können.

Birnen richtig lagern

Schon beim Einkauf sollten Sie auf einwandfreie Ware ohne braune Flecken achten. Überreife Früchte verderben schnell und verlieren Vitamine. Die in den Schalen konzentrierte, hochwertige Fettsäuren sind dabei unter Umständen bereits oxidiert. Birnen sollten am besten dunkel und kühl aufbewahrt werden. Zuviel Licht und zu lange Lagerung bei Zimmertemperatur bewirken, dass sich die empfindliche Folsäure verflüchtigt.

Verwendung in der Küche

Die Birnenschalen sind äußerst nahrhaft, weswegen die Früchte möglichst nicht geschält werden sollten. Die Birnen mit heißem und kaltem Wasser gut säubern, aufschneiden und die Kerne entfernen. Birnen sind eine ideale Ergänzung zu Käsesorten wie Appenzeller, Camembert oder Roquefort. Sie schmecken lecker als Bestandteil von Obst- oder Rohkostsalaten und sind die Grundlage für berühmte Dessertkreationen wie Birne Hélène oder Rotweinbirnen. Birnen lassen sich gut einfrieren, als Mus einkochen, für Früchtebrot trocknen oder zu einem gesunden Saft pressen. Nicht zu vergessen: aus Birnensorten wie zum Beispiel Williams Christ werden edle Obstbrände destilliert. Das Einfrieren stellt unter allen Möglichkeiten die vitalstoffschonendste Form der Konservierung dar.

Verschiedene Formen

Birnen sind im Lebensmittelhandel frisch, getrocknet, als Konserve/Kompott, Püree, Saft, Konzentrat oder Pulver erhältlich. Da der Vitamingehalt durch die Verarbeitung abnimmt, wird für eine vitaminreiche Ernährung Frischware bevorzugt. Trockenfrüchte haben auf die Masse bezogen einen höheren Mineralstoffgehalt als frisches Obst. Deswegen sind getrocknete Birnenschnitze, wie sie zum Beispiel im Früchtebrot Verwendung finden, ein gesunder süßer Snack für zwischendurch. Haltbar gemachte Birnen weisen zwar Vitalstoffverluste auf, sind aber zu Zeiten, wo keine frische Früchte zur Verfügung stehen besser als nichts.

Gesundheitliche Studien und Erkenntnisse

Mögliche gesundheitliche Vorteile bei der Behandlung von Hyperglykämie, Bluthochdruck und Helicobacter pylori
In einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2014 wurde untersucht, ob der Verzehr von Bartlett und Starkrimson Birnen gesundheitliche Vorteile bei der Therapie von Hyperglykämie, Bluthochdruck und Helicobacter pylori bringt. Die Forscher kamen zum Schluss, dass der Verzehr der polyphenolreichen ganzen Früchte inklusive der Schalen dazu beiträgt, Diabetes im Frühstadium besser kontrollieren und die Medikamentendosierung reduzieren zu können. Das Fruchtmark der Birnen zeigte in der Studie ähnliche Wirkmechanismen wie ACE-Hemmer, die bei Bluthochdruck verordnet werden. Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass das Wachstum von Helicobacter pylori, welcher für die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren verantwortlich ist, durch fermentierten Birnensaft gehemmt wird. Zur Studie.