Chiasamen

Die weißen und dunklen Samen einer mittelamerikanischen Salbeiart (Salvia Hispanica) liegen als sogenanntes "Superfood" aufgrund ihrer Nährstoffdichte hierzulande voll im Trend. Doch was können Chiasamen wirklich?

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Chiasamen

VitalstoffMenge je 100g
Natrium16.00 mg
Kalium407.00 mg
Calcium631.00 mg
Phosphor860.00 mg
Magnesium335.00 mg
Eisen7.70 mg
Vitamin A (Äquivalent)16.00 mcg
Vitamin E0.50 mg
Vitamin B10.62 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.17 mg
Vitamin B3 (Niacin)8.80 mg
Vitamin C2.00 mg

Zusammensetzung von Chiasamen

Chiasamen enthalten etwa doppelt so viel Eiweiß wie andere Samen oder Getreidekörner. Anders als herkömmliches Getreide sind sie jedoch glutenfrei. Bereits die Azteken und Maya nutzten die Samen als kraftvolle Energielieferanten. Laufboten der Maya verwendeten sie als Proviant. Aus der Sprache der Maya leitet sich auch der Name "Chia" ab, was "Kraft" bedeutet. Neben Eiweiß enthalten die Samen Fett. Dabei ist das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren besonders günstig. Im Vergleich zu vielen Obst- und Gemüsesorten kann Chia mit einem Mehr an Vitaminen und Mineralstoffen auftrumpfen. So enthalten Chiasamen zwölf Mal so viel Magnesium wie Brokkoli, doppelt so viel Kalium wie Bananen, fünf Mal so viel Calcium wie Milch und drei Mal so viel Eisen wie Spinat. Das enthaltene Spurenelement Bor fördert zudem die Calciumaufnahme. Daneben sind Chiasamen eine gute Quelle für Antioxidantien. Sie enthalten im Vergleich zu Heidelbeeren etwa die dreifache Menge. Daneben sind B-Vitamine, Phosphor, Zink, Kupfer, sowie Ballaststoffe in dem Superfood enthalten.

Anwendungsgebiete von Chiasamen

Bisher sind Chiasamen noch wenig erforscht. Aufgrund ihrer Zusammensetzung lassen sich jedoch einige Rückschlüsse auf ihre Wirkung ziehen. So sind sie hervorragende Energielieferanten und eignen sich für eine basische, glutenfreie und vegane Ernährungsweise. Vor allem Veganer profitieren von dem höheren Calciumgehalt. Chiasamen wirken entzündungshemmend und gegen freie Radikale, weswegen ihnen eine positive Wirkung bei Krankheiten wie Krebs, Arthritis, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachgesagt wird. Für Betroffene von Histaminintoleranz sind Chiasamen interessant, da die beiden DAO-Cofaktoren Zink und Kupfer in signifikanter Menge enthalten sind. Chiasamen binden Wasser sehr gut. Daher sollten sie stets mit ausreichend Flüssigkeit genossen werden.

Chiasamen in der Küche

Aufgrund ihrer Fähigkeit Flüssigkeiten zu binden, werden Chiasamen in einigen Backwaren als Bindemittel eingesetzt, z.B. in glutenfreien Backwaren. Sie können bei einer veganen Ernährungsweise als Ei-Ersatz in Backwaren verwendet werden. Dazu werden sie mit etwas Wasser angerührt. Anschließend lässt man sie wenige Minuten quellen, bevor die Masse zum Teig gegeben wird. Chiasamen können aber auch als eigenständige Speise genossen werden. Besonders beliebt ist der sogenannte Chiapudding. Dazu werden die Samen in einem Verhältnis 1:3 mit Milch oder einem Pflanzendrink angerührt. Nun müssen die Samen quellen bis eine gelee-artige Masse entstanden ist. Nach einigen Minuten ist der "Pudding" fertig. Ansonsten eignen sich die Samen als Zugabe zu Desserts, Salaten und Müslis. Übrigens: Leinsamen haben ähnliche Eigenschaften wie Chiasamen, sind jedoch erschwinglicher als die exotischen Samen.

Quellen:
Harnisch, Günter (2015): Chia. Fit und schlank mit der Powernahrung der Azteken, Mankau-Verlag, Murnau a. Staffelsee.
http://www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Diaeten/Gesunde_Ernaehrung/News/94811.php
http://www.chia-samen.info/naehrwerte-kalorien-inhaltsstoffe.html
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/chia-samen.html
http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Chia-Samen-Wirklich-ein-Superfood-491003.html
http://www.onmeda.de/g-ernaehrung/wie-gesund-sind-chia-samen-co-4250.html