Gerste

Gerste spielt in der modernen Ernährung eine untergeordnete Rolle. Das ist schade, denn die anpassungsfähige Getreideart weist viele gesundheitliche Vorzüge auf. Aus den Körnern, Flocken und dem Mehl lassen sich leckere, vollwertige Gerichte zubereiten.

Inhaltsangabe
  1. Gesundheitspotential
  2. Verschiedene Formen
  3. Verwendung in der Küche

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Gerste

VitalstoffMenge je 100g
Natrium18.00 mg
Kalium444.00 mg
Calcium38.00 mg
Phosphor342.00 mg
Magnesium114.00 mg
Eisen2.80 mg
Vitamin E0.18 mcg
Vitamin B14.80 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.56 mg
Vitamin B3 (Niacin)1400.00 mg
Vitamin B60.00 mg
Vitamin B5 (Pantothensäure)680.00 mg
Vitamin B5 (Pantothensäure)65.00 mg
Jod7.00 mg
Zink2800.00 mg
Kupfer427.00 mg

Gerste: ein vielseitiges und nährstoffreiches Getreide

Gerste ist eine Getreidesorte, die bereits seit Jahrtausenden von Menschen genutzt wird. In den mesopotamischen und ägyptischen Hochkulturen zählte sie zu den wichtigen Kulturpflanzen. Gerstenarten sind anspruchslos und passen sich gut an verschiede Böden und Klimaverhältnisse an. Aufgrund der Ährenform lassen sich zwei- und mehrzeilige Arten unterscheiden. Die Pflanze wird als Sommergerste oder Wintergerste angebaut. Nacktgerste ist eine Neuzüchtung mit geringem Spelzenanteil. Ihre Körner sind nährstoffreich und besser verdaulich als die der herkömmlichen Gerstenarten. Gerste dient nicht nur zur Herstellung von Speisen. Sie ist Grundlage für verschiedene alkoholische Getränke wie Bier oder Whiskey. Alkoholfreie Getränke aus Gerste sind Malzkaffee oder Mugicha, ein japanischer Gerstentee.

Gerste für natürlich schöne Haare, Haut und Nägel

Gerstenkörner enthalten viele Vitamine, die für die Regeneration von Haut-, Haar- und Nagelzellen notwendig sind. Insbesondere der Vitamin-B-Komplex spielt eine wichtige Rolle. Vitamin B7 - auch unter der Bezeichnung Biotin bekannt - wird nicht umsonst Schönheitsvitamin genannt. Es übernimmt wichtige Funktionen im Stoffwechsel, schützt die Nerven und ermöglicht gesundes Zellwachstum. Da sich die Zellen von Haut, Haaren und Nägeln oft teilen, sind sie auf eine gute Versorgung mit Biotin angewiesen. Die Vitamine B2, B3 sowie B5 unterstützen die Gesunderhaltung und Regeneration von Hautzellen zusätzlich. Gerste ist außerdem eine gute pflanzliche Quelle für Kieselsäure, die für elastische und stabile Körpergewebe von Bedeutung ist.

Gerste: ein wertvolles Nahrungsmittel für Sportler und körperlich aktive Menschen

Gerste versorgt den Körper mit Kalium, das für viele Funktionen erforderlich ist. Vor allem Athleten und Menschen, die körperliche Arbeit verrichten, profitieren von einer guten Kaliumversorgung. Zusammen mit Natrium sorgt Kalium dafür, dass die Nerven erregbar bleiben und Reize weitergeleitet werden. Es ermöglicht die Arbeit der Muskeln und hilft bei der Speicherung von Kohlenhydraten als Energiereserve. Eine wissenschaftliche Studie zeigt, wie wichtig Kalium für den Knochenstoffwechsel und die Knochendichte ist. Bei körperlicher Anstrengung verliert der Körper Kalium über den Schweiß. Zum Wiederauffüllen der Kaliumreserven eignen sich insbesondere pflanzliche Nahrungsmittel wie Gerste, die einen höheren Kaliumgehalt aufweisen als tierische. Zur Quelle.

Die Darmgesundheit fördern, den Cholesterinspiegel senken

Eine Besonderheit von Gerste ist ihr hoher Gehalt an Beta-Glucanen. Diese zählen zu den löslichen Ballaststoffen, die einen positiven Effekt auf Verdauung und Darmflora haben. Darmbakterien erzeugen aus Beta-Glucanen kurzkettige Fettsäuren, die den pH-Wert des Darmmilieus stabilisieren. Die Fettsäuren wirken außerdem entzündungshemmend und versorgen die Darmwandzellen mit Nährstoffen. Medizinische Untersuchungen belegen, dass die Beta-Glucane der Gerste den Cholesterinspiegel und das Risiko einer Herzerkrankung senken können. Sie verhindern zudem ein schnelles Ansteigen des Blutzuckerspiegels. Deshalb ist der Verzehr von Gerste für Diabetiker empfehlenswert. Wegen der zahlreichen gesundheitlichen Vorteile der Beta-Glucane werden inzwischen Gerstensorten mit einem besonders hohen Gehalt gezüchtet. Zur Quelle.

Verschiedene Formen von Gerste

Gerste zum Kochen und Backen können Sie in Form von ganzen Körnern, Flocken oder Mehl kaufen. Gerstenmehl enthält im Vergleich mit anderen Getreidemehlen weniger Gluten. Für die Zubereitung von Tsampa gibt es spezielles Mehl aus gerösteter Gerste. Gedarrte Gerste ist in Form von Schnellkochgetreide erhältlich, das die Garzeit merklich verkürzt. Gerstengraupen bestehen aus geschliffenen und polierten Gerstenkörnern. Bei Perlgraupen ist das geschnittene Gerstenkorn verarbeitet, bei Rollgerste das ganze Gerstenkorn. Da bei Graupen die Schale fehlt, enthalten sie weniger Nährstoffe als das volle Korn. Von Vorteil ist jedoch der geringere Gehalt an Phytinsäure, die sich ungünstig auf die Mineralstoffverwertung auswirkt.

Verwendung in der Küche – Zubereitung

Ganze Gerstenkörner eignen sich als Zutat für Salate oder als Alternative zu Reis. Wenn Sie die Körner über Nacht einweichen, verkürzt sich die Kochzeit erheblich. Außerdem verringert sich durch das Einweichen der Phytinsäuregehalt der Schale und die Gerste wird bekömmlicher. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich Tsampa, ein Brei aus gerösteter Gerste. Er ist in der Himalajaregion Grundnahrungsmittel. Die Zubereitungszeit ist kurz, da die Gerste durch das Rösten vorgegart ist. Sie können den Brei nach Belieben dickflüssig oder dünnflüssiger zubereiten. Süß oder salzig abgeschmeckt eignet er sich als nahrhaftes Frühstück. Keimfähige Nacktgerste lässt sich zu mehr als nur zum Kochen nutzen. Sie ist ideal für die Anzucht von nährstoffreichem Gerstengras.

Mit Gerste abwechslungsreich und vollwertig kochen

Gerste ist vor allem in der Vollwertküche beliebt. Damit der Teig für Brot, Brötchen und andere Backwaren gut gelingt, mischen Sie das glutenarme Gerstenmehl mit anderen Getreidemehlen. Aus den Körnern oder Graupen lassen sich schmackhafte Suppen zubereiten. Tomaten, Paprika, grüne Bohnen oder Pilze passen zum kräftigen Aroma der Gerste. Durch die Zugabe von Hülsenfrüchten wie Linsen, Kidneybohnen oder Kichererbsen kochen Sie leckere, sättigende Eintöpfe. Gegarte Gerste schmeckt als Zugabe zu gemischten Salaten. Rucola, Feldsalat oder Chicorée mit Mais und Möhren lassen sich gut mit dem Getreide kombinieren. Wenn Sie den Salat mit Eiern, Tofu oder Ziegenkäse zubereiten, erhalten Sie eine vollwertige Hauptmahlzeit.