Hering

Hinter dem Aal ist der Hering der fettreichste Fisch überhaupt. Er bevölkert die nördlichen Meere und kommt in vielen Arten und Zubereitungsformen auf den Tisch. Aufgrund der kalten Wassertemperatur seines Lebensraums ist er reich an gesundheitlich wertvollen Omega-3-Fettsäuren und Spurenelementen, die ihn zu Lebzeiten vor der eisigen Umgebung schützen.

Inhaltsangabe
  1. Gesundheitspotential
  2. Zubereitung und Lagerung
  3. Verwendung in der Küche
  4. Verschiedene Arten

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Hering

VitalstoffMenge je 100g
Natrium117.00 mg
Kalium360.00 mg
Calcium34.00 mg
Phosphor250.00 mg
Magnesium31.00 mg
Eisen1.10 mg
Vitamin A (Äquivalent)38.00 mcg
Vitamin E1.50 mg
Vitamin B10.04 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.22 mg
Vitamin B3 (Niacin)3.80 mg
Vitamin B60.45 mg

Der Hering- reich an Fett und doch so gesund

Aufgrund seiner Erscheinung trägt der Hering den Beinamen "Silber des Meeres". Hinsichtlich seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften hat er sich aber die Goldmedaille verdient.

Omega-3-Fettsäuren halten die Adern elastisch

Wer den Hering aufgrund seines hohen Fettgehalts meidet, tut ihm unrecht. Hierbei handelt es sich zum größten Teil um mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, die essentiell für den Organismus sind. Zum Beispiel fördern sie den Blutfluss, indem sie die Muskulatur der Blutgefäße entspannen. Überdies senken sie nachweislich den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck. Blutkörperchen kleben nicht aneinander, sodass auch das Risiko für Thrombosen oder Arteriosklerose sinkt. Bereits der einmalige Genuss pro Woche mindert das Risiko eines Herzinfarkts um 50 Prozent.

Wer Hering isst, bleibt geistig länger fit

Doch Omega-3-Fettsäuren können noch mehr. Bei regelmäßigem Verzehr steigern sie die Denkleistung und beugen Alzheimer oder Demenz vor. In zahlreichen Studien verbesserte sich das Schlafverhalten der Probanden ebenso wie die Konzentrationsfähigkeit.

Der Eicosapentaen-Säure-Gehalt gilt als besonderer Vorzug

Die gesunde Omega-3-Fettsäure steckt in eigentlich allen Fischarten. Was den Hering besonders hervorhebt, ist der Gehalt an Eicosapentaen-Säure, einer speziellen Form der ungesättigten Fettsäure. Diese ist sehr wirksam gegen Entzündungen und allergische Reaktionen des Immunsystems.

Über Jod freut sich die Schilddrüse

Nicht zu vergessen ist der hohe Jod Gehalt. Der Mineralstoff ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion, die den Hormonhaushalt steuert. Vor allem in der Schwangerschaft ist eine erhöhte Zufuhr empfehlenswert.

Hering stärkt die Abwehrkräfte

Zudem liefert der Hering viele Vitamine und weitere Mineralstoffe. Vitamin D beispielsweise stärkt die Knochen und Zähne. Die Kombination aus Vitamin E und dem Spurenelement Selen baut ein gesundes Immunsystem auf und schützt vor schädlichen Umwelteinflüssen. Kein Wunder, dass der Hering vor allem im rauen Norden so oft auf dem Teller landet.

Zubereitung und Lagerung

Für die Lagerung ist entscheidend, in welcher Form der Hering daher kommt. Frischer Hering, auch als "grüner Hering" bezeichnet, wird aufgrund seines hohen Fettgehalts schnell ranzig. Hier empfiehlt sich der Verzehr noch am selben Tag. Konservierter Hering hält sich ungeöffnet hingegen sehr lange. Er ist auch nach Jahren noch genießbar und bedarf keiner Kühlung.

Auf dem Fischmarkt bieten viele Händler den grünen Hering noch im unverarbeiteten Zustand an, wie er aus dem Meer gekommen ist. Dann ist es Aufgabe des Kunden, diesen zu entschuppen und auszunehmen. Mit einem Drahtsetzkescher geht das ganz einfach. Der nützliche Helfer ist gar nicht teuer und in jedem Angler Fachhandel erhältlich. Dort wandert der nicht ausgetrocknete Hering hinein und muss sich ordentlichem Schütteln im Wasserbad unterziehen. Folglich lässt er sein Schuppenkleid fallen. Ein Längsschnitt dient dem Entnehmen der Innereien. Mit einem weiteren Schnitt vom Nacken bis zur Mittelgräte lässt sich der Kopf ganz einfach entfernen. Anschließend entfernt man unter fließendem Wasser die letzten Blutrückstände. Nun bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Zubereitung an. Hering schmeckt besonders gut vom Grill, im Sud eingelegt, in der Pfanne gebraten oder im Backofen gegart.

Verwendung in der Küche

Kaum ein Fisch ist in so vielen unterschiedlichen Gerichten zu finden wie der Hering. Ganz einfach aus der Pfanne mit Pellkartoffeln als Beilage ergibt sich eine leichte Speise, die sich bestens an warmen Tagen eignet. Lecker ist auch die Kombination mit säuerlichen Zutaten wie Äpfeln und Gewürzgurken sowie Zwiebeln. Zusammen mit Sahnesoße, Joghurt oder Sauce Hollandaise ergibt sich daraus der Klassiker "nach Hausfrauen Art". Bei der "Müllerinnen Art" bekommt der Hering dagegen zunächst eine Mehlpanade ehe er in Butter gebraten ein knuspriges Gericht ergibt. Selbst das einfache Fischbrötchen schmeckt mit Hering sehr lecker und versetzt in Gedanken sofort an die See. Ob grüner Hering, Rollmops, Bückling, Bismarck oder Brathering, schmackhaft ist der Hering allemal.

In Schweden ist der sogenannte Surströmming eine wahre Delikatesse, wenn sie auch in Deutschland weniger Anhänger findet. Dabei handelt es sich um fermentierten Hering aus der Dose. Das Besondere an dem Produkt ist, dass sich die Metallpackung aufbläht, da der Fisch nach dem Konservieren weiter gärt. Es bilden sich Propan-, Essig- und Buttersäure. Dementsprechend löst das Öffnen der Dose einen üblen Gestank aus. Aus diesem Grund trägt Surströmming den Ruf des "vergammelten" Fisches.

Ist Dosenhering auch gesund?

Im Supermarkt ist Hering auch in Sahnesoße eingelegt oder als Heringssalat erhältlich. Viele greifen zum Beispiel aus Preisgründen oder hinsichtlich der einfachen Lagerung auf Konserven zurück. Aber enthalten diese Produkte immer noch die ursprünglichen Nährstoffe? Tatsächlich sind Fischkonserven besser als ihr Ruf. Selbst beim Einlegen bleiben die wertvollen Omega-3 Fettsäuren sowie das Vitamin D in hohen Konzentrationen erhalten. Dosenhering ist daher eine ebenbürtige Alternative zu dem teuren Fisch vom Marktstand.

Anders verhält es sich allerdings, wenn weitere Zutaten ins Spiel kommen. Um dem Verbraucher jegliche Arbeit in der Küche zu ersparen, bieten Hersteller Bückling oder Bismarck gerne in Tomaten- oder Kräutersoßen an. Diese enthalten zwar immer noch sehr viel gesunde Fette, jedoch auch viele Aromen und Konservierungsstoffe. Gleiches gilt für den roten oder weißen Heringssalat aus dem Kühlregal. Ein Blick auf die Zutatenliste macht deutlich, dieses Produkt enthält viele E-Nummern und Geschmacksverstärker.

Verschiedene Arten

Bislang sind etwa 180 verschiedene Heringsarten bekannt. Viele von ihnen kommen als Speisefisch auf den Tisch. Da oft keine großen Unterschiede bestehen, sind die unterschiedlichen Gattungen für die Lebensmittelindustrie oft uninteressant.

Hering oder Matjes - Worin besteht der Unterschied?

Fälschlicherweise nehmen viele Menschen an, Matjes sei ebenfalls eine Herings Art. Allerdings handelt es sich hierbei um einen ganz gewöhnlichen Hering. Genauer, haben diese Fische noch nicht gelaicht und weisen daher einen anderen Fettgehalt auf. "Matjes" darf sich ein Hering lediglich nennen, wenn er mindestens zwölf Prozent Fett besitzt. Geschmacklich äußert sich das an dem weicheren und zarteren Fischfleisch.