Hirse

Hirse ist Grundnahrungsmittel in vielen Teilen der Erde. Sie gedeiht in Regionen, die zu unwirtlich für andere Getreidearten sind. Wertvolle Nährstoffe und vielfältige Verwendungsmöglichkeiten in der Küche zeichnen die kleinen Körnchen aus.

Inhaltsangabe
  1. Gesundheitspotential
  2. Vertäglichkeit
  3. Verschiedene Formen
  4. Verwendung in der Küche

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Hirse

VitalstoffMenge je 100g
Natrium3.00 mg
Kalium173.00 mg
Calcium10.00 mg
Phosphor275.00 mg
Magnesium123.00 mg
Eisen6.90 mg
Vitamin E0.43 mcg
Vitamin B10.11 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)1.80 mg
Vitamin B3 (Niacin)0.52 mg
Vitamin B60.00 mg
Jod3.00 mg
Zink2900.00 mg
Kupfer610.00 mg

Hirse: ein widerstandsfähiges Getreide mit vielen Vorzügen

Hirse ist schon sehr lange als Nahrungsmittel bekannt, wie Funde aus der Steinzeit belegen. Das robuste und anspruchslose Spelzgetreide lässt sich auf unterschiedlichen Böden und in verschiedenen Klimazonen anbauen. Sie wächst auch in Regionen, die für den Anbau anderer Getreide ungeeignet sind. Die kleinkörnigen Millethirsen oder echten Hirsen dienen vorwiegend als Nahrungsmittel. Hierzu zählen Rispenhirse, Kolbenhirse, Perlhirse oder Zwerghirse, die in ihrer afrikanischen Heimat Teff heißt. Die Körner von Sorghumhirse sind größer als die der Millethirsen. Sorghum dient nicht nur als Grundnahrungsmittel, sondern auch als Ausgangsstoff für Biosprit. Aus Hirsemalz wird glutenfreies Hirsebier gebraut.

Kraft- und Energienahrung für sportlich aktive Menschen

Hirsekörner sind reich an Vitamin B6. Eine andere Bezeichnung für das wichtige Vitamin ist Pyridoxin. Eine seiner Funktionen ist die Unterstützung von Enzymen, die Aminosäuren umwandeln. Damit spielt es eine wesentliche Rolle im Proteinstoffwechsel. Besonders Sportler benötigen ausreichende Mengen des Vitamins, um Muskeln aufzubauen und Muskelmasse zu erhalten. Vitamin B6 unterstützt außerdem die Bildung von Blutkörperchen und verringert das Risiko eines Eisenmangels. Rote Blutkörperchen sind vor allem für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich. Deswegen unterstützt das Vitamin auch in dieser Funktion die Leistungsfähigkeit und Ausdauer von Athleten. Nervensystem und Immunsystem sind auf eine gute Pyridoxin-Versorgung angewiesen, um ihre lebenswichtigen Aufgaben zu erfüllen.

Starke Knochen, festes Bindegewebe, schöne Haut

Hirse ist eine der mineralstoffreichsten Getreidesorten. Eisen, Kupfer und Magnesium sind reichlich in den kleinen Körnern enthalten. Bemerkenswert ist der Kieselsäuregehalt von Hirse. Medizinische Untersuchungen zeigen den positiven Effekt einer guten Versorgung mit Kieselsäure auf die Knochendichte. Der Mineralstoff wirkt sich zudem positiv auf die Knorpelbildung aus. Silizium kräftigt das Bindegewebe und verbessert die Haarstruktur. Deswegen gilt Kieselsäure als Geheimtipp für alle, die sich kräftiges Haar und glatte Haut wünschen. Aufgrund seines Siliziumgehalts wird Hirseextrakt gerne für Nahrungsergänzungsmittel verwendet. Er dient als Ersatz für rein mineralische Präparate, deren Einnahme in hohen Mengen nicht zu empfehlen ist. Zur Studie.

Hirse - ein glutenfreies und bekömmliches Getreide

Hirse ist im Gegensatz zu vielen anderen Getreidesorten glutenfrei. Daher sind die nährstoffreichen Körner ein wertvoller Beitrag für die Ernährung bei Zöliakie. Hirsebrei ist eine gute Option für Kinder, die auf andere Getreidebreie empfindlich reagieren. Das pflanzliche Protein und die ungesättigten Fettsäuren leisten einen wichtigen Beitrag zur vollwertigen Ernährung des kindlichen Organismus. Ein weiterer Vorteil ist die gute Verträglichkeit von Hirsemehl und gekochten Körnern. Aus diesem Grund ist Hirse für viele Patienten mit Magen- und Darmproblemen gut verträglich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Hirse positiv auf den Blutzuckerspiegel von Diabetes-2-Patienten auswirken kann. Zur Studie.

Verschiedene Formen von Hirse

Hirsekörner gibt es in unterschiedlichen Farben. Die Färbung hängt von Sorte und Anbaugebiet ab und lässt Rückschlüsse auf den Gehalt bestimmter Nährstoffe zu. In den europäischen Ländern werden vor allem Goldhirse und Braunhirse angeboten. Für die Zubereitung von Hirsebrei eignen sich Grieß und fein gemahlene Goldhirse. Hirseflocken lassen sich in Suppen rühren oder unter das Müsli mischen. Schnellkochhirse erlaubt eine rasche Zubereitung von Hirsegerichten. Braunhirse gilt als ursprüngliche Hirseart und hat eine etwas andere Nährstoffzusammensetzung als Goldhirse. Sie wird in Form von ganzen Körnern oder gemahlen angeboten. Im Gegensatz zu Goldhirse bleibt bei der Braunhirse die Schale mit all ihren Inhaltsstoffen erhalten.

Verwendung in der Küche - Zubereitung

Hirsekörner können Sie auf unterschiedliche Weise für Speisen vorbereiten. Zunächst werden die Körner gründlich abgebraust, um Verschmutzungen zu entfernen. Wenn Sie die Hirse anschließend in der zweieinhalbfachen Menge Flüssigkeit aufkochen und danach etwa 20 Minuten ziehen lassen, erhalten Sie eine weiche Masse für Aufläufe oder Bratlinge. Durch das Anrösten vor dem Kochen bleiben die Körner bissfest - ideal für pikante Beilagen, für Salate oder als Einlage für Suppen und Eintöpfe. Für Brei oder Hirse-Polenta eignet sich gemahlene Hirse. Aus keimfähigen Braunhirsekörnern lassen sich Hirsesprossen ziehen. Der Keimvorgang erhöht den Gehalt von wichtigen Nährstoffen im Vergleich mit ungekeimten Körnern.

Suppen, Fladenbrot, Gemüsepfannen - fantasievoll kochen mit Hirse

Hirse ist sehr vielseitig. Sie lässt sich für die Zubereitung von Risottos, Bulgur, Paella oder Falafel-Bällchen verwenden. Aus der indischen Küche stammen Fladenbrote mit Hirsemehl. Sie sind eine leckere Beilage zu vegetarischen Gerichten. Alternativ können sie als Gemüse-Wrap dienen. Sprossen, Lauch oder Frühlingszwiebeln passen zum Hirsegeschmack ebenso gut wie Paprika, Möhren oder Pilze. Für Fans der italienischen Küche bietet sich eine Kombination aus Tomate, frischem Basilikum und Mozzarella an. Als Beilage schmeckt Hirse zu hellem Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten oder gebratenem Tofu. Süßen Hirsebrei, -pudding oder -auflauf können Sie mit Äpfeln, Beeren, Zwetschgen oder Aprikosen zubereiten. Rosinen und Rosenwasser geben der Süßspeise eine orientalische Note.