Meerrettich

Der Meerrettich (Armoracia rusticana) wird zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gerechnet. Beheimatet ist der Meerrettich in Süd- und Osteuropa, wo er auch Kren genannt wird. Die Wurzel der Pflanze wird vor allem als würzige Beilage zu deftigen Speisen genutzt. Schneidet man die Wurzel an, wird ein stechender Geruch freigesetzt, der mitunter zu Tränen reizen kann.

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Meerrettich

VitalstoffMenge je 100g
Natrium9.00 mg
Kalium628.00 mg
Calcium105.00 mg
Phosphor93.00 mg
Magnesium33.00 mg
Eisen1.40 mg
Vitamin A (Ă„quivalent)4.00 mcg
Vitamin E0.10 mg
Vitamin B10.14 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.11 mg
Vitamin B3 (Niacin)0.60 mg
Vitamin B60.20 mg
Vitamin C114.00 mg

Vorkommen, Anbau und Ernte

Meerrettich gedeiht vor allem an Flussufern und auf feuchten Wiesen. Wilde Meerrettichformen sind heutzutage noch in Teilen Russlands und der Ukraine zu finden. Die Wurzeln werden ab dem Herbst geerntet, wenn die Blätter absterben. Dann ist das Wurzelwachstum abgeschlossen. Die Pflanze ist winterhart. Daher kann, sofern die Bodenverhältnisse es zulassen, bis zum Frühjahr geerntet werden, bevor die Blätter wieder austreiben.

Verwendung

Meerrettich war bereits in der Antike bekannt. Ursprünglich wurde er als Heilpflanze und später auch als Gewürz genutzt. Bevor vermehrt der exotische Pfeffer Einzug in die deutsche Küche hielt, galt Meerrettich neben Senf als eins der wenigen würzigen Zutaten. Entsprechend vielseitig und oft wurde die Wurzel verwendet. Richtig scharf ist der Meerrettich jedoch nur frisch. Wird er getrocknet oder gekocht, geht das flüchtige Allylisothiocyanat, das auch Allylsenföl genannt wird, verloren, welches für den scharfen Geschmack verantwortlich ist. Meerrettich ist übrigens ein enger Verwandter von Wasabi, dem japanischen Meerrettich, der grün ist.

Zubereitungsmöglichkeiten von Meerrettich

Traditionell wird Meerrettich zu Fisch- und Fleischgerichten gegessen, darunter beispielsweise zu Roast Beef, Tafelspitz, Wiener Würstchen oder Lachsfilet. Heutzutage ist vor allem Sahnemeerrettich sehr beliebt. Zu Tafelspitz wird meist frisch geriebener Kren gereicht. Ebenfalls beliebt sind Zubereitungen wie Apfelkren, sowie mit Meerrettich gewürzter Quark oder Frischkäse, was als scharfer Brotaufstrich genossen wird.

Gesundheitspotential von Meerrettich

Die gesundheitlich wirksamen Inhaltsstoffe stecken in der Wurzel der Meerrettichpflanze. Die Wurzel besteht aus bis zu 0,3 Prozent Senfölglycosiden (Glucosinolate), darunter die Substanzen Gluconasturtiin und Sinigrin, die dem Meerrettich seine Schärfe verleihen. Darüber hinaus befinden sich Flavonoide wie Quercetin und Enzyme wie Myrosinase in der Wurzel. Außerdem enthält die Meerrettichwurzel wichtige Nährstoffe wie Vitamin C, Vitamin B1 und Vitamin B2, sowie einige Mineralstoffe. Die scharfen Inhaltsstoffe lassen nicht nur die Augen tränen und die Nase kribbeln, sondern sind zudem richtig gesund. So besitzen die Senföle antibakterielle Eigenschaften. Daher gilt Meerrettich als bewährtes Hausmittel gegen Erkältungen oder eine aufkommende Blasenentzündung. Darüber hinaus wirkt Meerrettich harntreibend, menstruationsfördernd, schleimlösend und schweißtreibend. Daher wird die Wurzel mitunter auch bei Bronchitis, Fieber, Husten, Gicht und mäßig starken Schmerzen eingesetzt. Laborexperimente deuten darauf hin, dass Senföle einen weiteren Effekt haben könnten, nämlich das Risiko für einige Krebsarten zu senken. Weitere Untersuchungen sind jedoch nötig. Wer allerdings empfindlich auf scharfe Lebensmittel reagiert, sollte auch Meerrettich nur in geringen Mengen genießen. Zuweilen kann es nämlich zu Magen-Darm-Beschwerden kommen.

Quellen
http://gesund.co.at/meerrettich-heilpflanzenlexikon-23584/
http://www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen/meerrettich