Miesmuschel

Die Miesmuschel ist gar nicht so mies, wie ihr Name vermuten lässt. Eigentlich hat die Bezeichnung auch nichts mit schlechten Eigenschaften zu tun, sondern leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort für "Moos" ab. Miesmuscheln verfügen über einen besonders hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt. Ein erhöhtes Vorkommen weist auf eine gute Wasserqualität hin. Die dunkel blaue bis schwarze Gattung ist hierzulande kulinarisch die beliebteste Muschel.

Inhaltsangabe
  1. Gesundheitspotential
  2. Zubereitung und Lagerung
  3. Verwendung in der Küche

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Miesmuschel

VitalstoffMenge je 100g
Natrium290.00 mg
Kalium277.00 mg
Calcium27.00 mg
Phosphor250.00 mg
Magnesium36.00 mg
Eisen5.10 mg
Vitamin A (Äquivalent)54.00 mcg
Vitamin E0.80 mg
Vitamin B10.16 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.22 mg
Vitamin B3 (Niacin)1.60 mg
Vitamin B60.08 mg
Vitamin C3.00 mg

Die Miesmuschel - harte Schale, gesunder Kern

Die Deutsche Ernährungsgesellschaft empfiehlt, zwei bis drei Mal pro Woche Fisch zu essen. Dabei muss es sich nicht immer um das herkömmliche Grätentier handeln. Miesmuscheln sind eine abwechslungsreiche Alternative, die Fisch hinsichtlich der gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe in nichts nachstehen.

Kalorienarme Proteinlieferanten

Miesmuscheln bestehen zum größten Teil aus Wasser. Das macht sie zu einem sehr effizienten Lebensmittel für Abnehmwillige. Der Rest des Fleisches, der vordergründig aus Eiweiß besteht, hält dennoch lange satt. Durch den hohen Proteingehalt tragen Miesmuscheln gleichzeitig zum Wachstum und Erhalt der Muskelmasse bei.

Nützlicher Nebeneffekt zur Gewichtsreduktion

Nicht nur der Verzehr allein kann beim Abnehmen helfen. Studien belegen, dass Menschen weniger essen, wenn sie sich Zeit für ihre Mahlzeiten nehmen. Da beim Genuss der Miesmuschel zuerst das Knacken der Schale anfällt, dauert das Essen deutlich länger. Zudem werden Muscheln selten einfach nur hinunter geschlungen.

Reich an Vitaminen und Mineralstoffen

Der Vitamingehalt der Miesmuschel ist nennenswert. Vor allem die Gruppen A und B erhalten die Funktion des Immunsystems und übernehmen wichtige Stoffwechselprozesse. Zudem sind Miesmuscheln reich an Eisen. Sie fördern die Blutbildung und beugen Müdigkeit vor. Calcium, Magnesium, Phosphor und Zink stärken die Knochen, verbessern das Hautbild sowie die Reizleitung der Nerven. Folsäure ist ein essentieller Inhaltsstoff, den vor allem Schwangere benötigen.

Besonders wertvoll zur Behandlung von Osteoporose und Arthrose

Eine nahe Verwandte der Miesmuschel, die neuseeländische Grünlipp-Muschel hilft nachweislich gegen Gelenkschmerzen wie sie bei Osteoporose (vor allem im Rücken) oder Arthrose vorkommen. Extrakte aus dem Schalentier sind als Nahrungsergänzung in der Apotheke erhältlich.

Vorsicht bei Gicht

Menschen, die an Gicht leiden, ist wiederum vom Verzehr der Miesmuschel abzuraten. Aufgrund ihres Puringehalts kann bereits eine Portion einen Gichtanfall auslösen.

Zubereitung und Lagerung

Muscheln eignen sich zur Lagerung bei 4-7°C. Am längsten halten sie sich abgedeckt mit einem Geschirrtuch. Dennoch ist eine rasche Verarbeitung anzuraten. Wichtig zu wissen: Miesmuscheln vertragen keine Temperaturen unter 2°C. Beim Einfrieren sterben die Schalentiere ab.

Für den Verzehr ist es dringend notwendig, die Miesmuscheln zuvor gründlich vom Sand und dem Muschelbart zu befreien. Roh sind die Schalentiere nicht zum Essen geeignet. Die Schale öffnet sich beim Aufkochen in heißem Wasser. Miesmuscheln, die sich schon vorher geöffnet haben, gehören aussortiert. Ebenso sollten nur Tiere im Kochtopf landen, die nach Meer und Algen riechen. Zum Kochen empfiehlt sich ein Fond aus Suppengemüse oder Schalotten, der den Geschmack intensiviert. Miesmuscheln eignen sich zum Kochen, Grillen oder Braten. Zum letztendlichen Verzehr ist keine Gabel notwendig. Kenner benutzen die Schalen bereits verspeister Tiere, um das Fleisch aus einer anderen Miesmuschel zu löffeln.

Verwendung in der Küche

Da Miesmuscheln als Delikatesse gelten, eignen sie sich wunderbar für den puren Verzehr. Als Beilagen dienen frische Salate oder mit Butter bestrichenes Schwarzbrot, da nach dem Entfernen der Schale nur eine geringe Menge Fleisch übrig bleibt. Die Franzosen bevorzugen hingegen Käse als Beilage. Darüber hinaus machen sich die Weichtiere auch in Pasta gut. Zum besonderen Genuss darf die Begleitung eines guten Weins nicht fehlen. Vor allem trockene oder halbtrockene Sorten harmonieren zu Meeresfrüchten. Je nach Zubereitungsform passt ein Weißburgunder perfekt zu sahnigen Miesmuscheln, während sich für Miesmuscheln im Gemüsesud ein Riesling bestens eignet. Das rheinische Rezept sieht vor, den Weißwein sogleich zu verarbeiten und die Schalentiere darin aufzukochen.

Besser in der kalten Jahreszeit genießen

Bei vielen Fischen und Meerestieren wird angeraten, sie ausschließlich in den Monaten mit "R" zu verzehren. Für Miesmuscheln gilt das besonders. Ihre Reinheit hängt stark von der Wasserqualität ihres Lebensraums ab. Da sich im Sommer bei Hitze schnell Algen bilden, die das Muschelfleisch aufnimmt. Folglich kann der Genuss zu Vergiftungserscheinungen führen. Bei Symptomen wie kribbelnden Lippen, Gesichtslähmungen oder sogar lebensbedrohlichen Atembeschwerden muss der Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen.