Spinat

Spinat (Spinacia oleracea) stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Südwestasien und ist damit in den heutigen Ländern Syrien, Iran, Palästina und anderen arabischen Staaten beheimatet. Seit der Antike wächst Spinat auch im Mittelmeerraum. Haupterzeugerländer sind heutzutage die USA, und in Europa die Niederlande, Frankreich, Italien, Deutschland und skandinavische Staaten. Bis vor einigen Jahrzehnten hielt sich der Glaube, Spinat wäre ein wahres pflanzliches Eisen-Wunder. Das hat sich mittlerweile jedoch als Mythos entpuppt. Stattdessen enthält Spinat zahlreiche andere Mineralstoffe und Vitamine.

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Spinat

VitalstoffMenge je 100g
Natrium65.00 mg
Kalium554.00 mg
Calcium117.00 mg
Phosphor55.00 mg
Magnesium58.00 mg
Eisen4.10 mg
Vitamin A (Äquivalent)795.00 mcg
Vitamin E1.40 mg
Vitamin B10.10 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.20 mg
Vitamin B3 (Niacin)0.60 mg
Vitamin B60.20 mg
Vitamin C51.00 mg

Geschichte

Ein Verwandter des heute bekannten Blattspinats wurde wahrscheinlich zunächst in Persien als "ispanag" angebaut. Die Araber nannten ihn auch "isbanah" und in Spanien wurde schließlich "espinaca" aus dem Namen. Erste Erwähnung fand der Spinat in Mitteleuropa durch Albertus Magnus, der Spinat mit der verwandten Gartenmelde und Borretsch verglich. Im Verlauf des Mittelalters wurde Spinat als Blattgemüse immer beliebter und verdrängte zusehends Gartenmelde und Mangold vom Teller. Vor allem in jüngster Vergangenheit erlebt Mangold jedoch ein Comeback auf dem Teller. Spinat sollte laut mittelalterlicher Heillehre bei Verdauungsstörungen helfen.

Verkaufsformen von Spinat

Spinat wird vorwiegend als Nahrungsmittel genutzt. Jedoch ist Spinat auch als Heilpflanze bekannt. Im Handel ist er frisch oder als Tiefkühlware erhältlich. Die Stiftung Warentest kritisierte in der Vergangenheit jedoch den zum Teil hohen Nitratgehalt in Spinat-Tiefkühlprodukten. Durch Mikroorganismen kann dieser Stoff in gefährliches Nitrit umgewandelt werden, welches unter anderem den Sauerstofftransport des Bluts negativ beeinflusst. Zu viel Nitratdünger, aber auch die Verarbeitung von zu vielen nitrathaltigen Stielen und die falsche Erntezeit können den Nitrat- bzw. Nitritgehalt in die Höhe treiben. Idealerweise wird Spinat morgens geerntet, wenn der Nitratgehalt am geringsten ist. Außerdem wurden in einigen Rahmspinatprodukten Listerien gefunden. Durch unsaubere Verarbeitung können diese Keime, die meist von Tierkot stammen, in die Nahrung gelangen. Durch Aufkochen werden die Keime unschädlich gemacht. Mehr Kontrolle hat der Konsument bei frischem Spinat, den er selbst auf gewünschte Weise weiterverarbeiten kann und vorher gründlich reinigen sollte. Frischer Spinat ist aufgrund des enthaltenen Nitrats nur wenige Tage haltbar. In ein feuchtes Tuch eingewickelt kann er bis zu zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Spinat in der Küche

Spinat kann ganz wie Kopfsalat roh gegessen werden. Nach gründlicher Reinigung werden die holzigen Stiele entfernt und zum restlichen Salat gegeben. Ebenfalls roh wird Spinat in grünen Smoothies verwendet. Meist wird Spinat jedoch gegart. Zum Kochen kommt er drei bis fünf Minuten in kochendes Salzwasser. Nach dem Abtropfen kann der gekochte Spinat mit etwas Sahne zu Rahmspinat püriert werden. Durch das Kochen gehen jedoch einige Nährstoffe, vor allem das temperaturempfindliche Vitamin C, verloren. Alternativ kann Spinat blanchiert oder gedünstet werden, um eine bessere Nährstoffausbeute zu erzielen. Beim Blanchieren wird der Spinat nur ein bis zwei Minuten in kochendes Salzwasser gegeben und sofort mit einem Sieb wieder abgeschöpft. Beim Dünsten wird der Spinat einfach kurz vor Ende der Garzeit zu den restlichen Zutaten gegeben. Die Nährstoffe werden dadurch nicht mit dem Kochwasser ausgeschwemmt, sondern bleiben im Gericht.

Gesundheitspotential von Spinat

Ein Kommafehler bei der ersten Laboranalyse von Spinat hat zu dem Mythos geführt, 100 Gramm des Blattgemüses enthielten 35 Milligramm Eisen. Tatsächlich sind es lediglich 3,5 Milligramm. Damit nicht genug, die enthaltene Oxalsäure hemmt die Eisenaufnahme zusätzlich. Interessant ist Spinat allerdings aufgrund des enthaltenen Magnesiums und wegen Zink. Darüber hinaus enthält Spinat zahlreiche B-Vitamine wie Folsäure. In der Naturheilkunde wird Spinat gegen Nierensteine, Blähungen sowie gegen Entzündungen der Lunge und des Darms eingesetzt. Die Samen dienten einst als Abführmittel, sollten aber auch bei Lebererkrankungen helfen.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Spinat
http://www.gesundheit.de/wissen/haetten-sie-es-gewusst/ernaehrung/wie-viel-eisen-ist-wirklich-im-spinat
http://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/spinat
http://www.essen-gesundheit.de/ernahrung/spinat-zubereiten-5-gesunde-methoden/
https://www.test.de/Tiefkuehlspinat-Nicht-alles-im-gruenen-Bereich-1672410-2672410/
https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/ernaehrung-saisonkalender-spinat.html