BCAA und BCAA-Mangel

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Die Abkürzung BCAA steht für den englischen Begriff "Branched-Chain Amino Acids" und bezeichnet die sogenannten verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. Diese drei gehören zu den unentbehrlichen Aminosäuren (früher essentiell), die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie müssen mit proteinhaltiger Nahrung aufgenommen werden. BCAA werden für den Muskelaufbau und eine Reihe von Stoffwechselprozessen benötigt. Sie sind außerdem an der Gewebsbildung beteiligt und bei der Wundheilung aktiv.

Bei einer ausgewogenen Ernährung und einem gesunden Lebensstil ist ein BCAA-Mangel relativ selten. In Stresssituationen, bei Krankheit und vermehrter Aktivität, sowie bei Sportlern kann es jedoch zu Engpässen in der BCAA-Versorgung kommen. Die Folge ist oft Abgeschlagenheit und eine verstärkte Infektanfälligkeit.

Funktion im Körper

In den Muskeln findet man hohe Konzentrationen der Aminosäuren des BCAA-Komplexes. Die unentbehrlichen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin sind wichtig für 

  • den Muskelaufbau
  • den Proteinstoffwechsel bzw. für die Energiegewinnung aus der Nahrung
  • das Immunsystem
  • das periphere und zentrale Nervensystem

BCAA stehen in enger Verbindung zu anderen Aminosäuren. Eine erhöhte Zufuhr von BCAA kann verhindern, dass die unentbehrlichen Aminosäuren L-Phenylalanin und L-Tryptophan die Blut-Hirn-Schranke passieren, gleiches gilt für die bedingt entbehrliche Aminosäure L-Tyrosin. In der Folge können wichtige Neurotransmitter wie Serotonin nicht in ausreichender Menge produziert werden.

BCAA-Mangel

Ein Mangel an BCAA ist umgekehrt ebenso bedenklich. Beispielsweise spielt ein BCAA-Mangel eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit Fibromyalgie, wie Studien zeigen.1,2,3 Darüber hinaus wird der Körper allgemein nicht mit genügend Energie versorgt und es kann zum Muskelabbau kommen.

Ursachen

Bei erhöhtem Proteinbedarf, wie etwa bei Sportlern, aber auch in Wachstumsphasen kann es mitunter zu Engpässen in der BCAA-Versorgung kommen. Neben dem Mehrbedarf bei sportlicher Aktivität und in Stresssituationen, kann ein Mangel auch auf andere Ernährungsdefizite zurückgeführt werden. Um BCAA zur Energiegewinnung nutzen zu können, werden Vitamin B5 und Vitamin B6 sowie Biotin benötigt. Nur bei ausreichender Versorgung mit diesen Nährstoffen, können BCAA korrekt verstoffwechselt werden.

Mangel an Glutamin kann zu BCAA-Mangel verursachen

Auch ein Mangel an der bedingt entbehrlichen Aminosäure Glutamin kann einen BCAA-Mangel bedingen. Grundsätzlich kann Glutamin vom Körper selbst synthetisiert werden. In Folge von Stress oder bei bestimmten Krankheiten ist jedoch der Bedarf erhöht. Höhere Mengen BCAA werden benötigt, um ausreichend Glutamin zu synthetisieren. 

BCAA-Mangel Symptome

Folgende Beschwerden können auf einen BCAA-Mangel hindeuten:

  • Infektanfälligkeit
  • Erschöpfung
  • depressive Verstimmungen und neurologische Störungen
  • beschleunigter Herzschlag

BCAA-Mangel behandeln und vorbeugen

Bei einer ausgewogenen Ernährungsweise ist ein BCAA-Mangel eher selten zu beobachten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) genügen 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, um den Bedarf an allen unentbehrlichen Aminosäuren zu decken. Oft liegt der reale Eiweißkonsum sogar darüber. Sollte dennoch ein Mangel vorliegen, sollten Sie nicht nur auf eine proteinreiche Nahrung achten, sondern auch den Versorgungsstatus der Nährstoffe, die für die Verstoffwechslung von BCAA wichtig sind, prüfen lassen. Gegebenenfalls wird der Arzt ein Nahrungsergänzungspräparat mit BCAA-Anteil verordnen.

Selbstbehandlung

Ein Mangel sollte in jedem Fall unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden. Sie können den Therapieerfolg mit einer gezielt proteinreichen Ernährung unterstützen. Achten Sie zudem auf abwechslungsreiche, frische Kost, um genügend andere Vitamine und Mineralstoffe zu sich zu nehmen. 

Überdosierung

Unerwünschte Wirkungen durch die erhöhte Zufuhr von BCAA sind eher selten. Beachten Sie jedoch, dass Überdosierungen verhindern können, dass die Aminosäuren L-Phenylalanin, L-Tryptophan und L-Tyrosin die Blut-Hirn-Schranke passieren. Depressive Verstimmungen und andere neurologische Beschwerden können die Folge sein. Unter anderem wird die Serotonin-Synthese dadurch eingeschränkt.

H3: Täglicher Bedarf

Valin: 24 mg/kg Körpergewicht
Bsp. bei 70 kg Körpergewicht: 1,7 g/Tag

Isoleucin: 19 mg/kg Körpergewicht
Bsp. bei 70 kg Körpergewicht: 1,3 g/Tag

Leucin: 42 mg/kg Körpergewicht
Bsp. bei 70 kg Körpergewicht: 2,9 g/Tag

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Risikogruppen BCAA-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Sportler

Da Sportler einen erhöhten Energiebedarf haben, müssen sie besonders auf eine ausreichende Protein- bzw. Aminosäuren-Versorgung achten. Der leistungsbedingte Mehrbedarf muss bewusst mit der Nahrung ausgeglichen werden, sonst kann es zum BCAA-Mangel kommen.

Sonstige

Menschen mit Vitaminmangel
Wenn aufgrund einseitiger Ernährung oder in Folge von Krankheit ein Vitamin-B5-, Vitamin-B6- oder Biotinmangel vorliegt, kann BCAA nicht korrekt vom Körper verstoffwechselt werden. In der Folge ist sowohl der Proteinstoffwechsel, als auch die Energiegewinnung aus der Nahrung gestört und es kann zum BCAA-Mangel kommen.

Menschen mit Glutamin-Mangel
Die verschiedenen Aminosäuren stehen in Verbindung miteinander. Man unterscheidet unentbehrliche, entbehrliche und bedingt entbehrliche Aminosäuren. Entbehrliche und bedingt entbehrliche Aminosäuren kann der Körper im Normalfall selbst produzieren. Doch vor allem bei den bedingt entbehrlichen Aminosäuren, wozu Glutamin gehört, kann es durch Krankheit oder Stress schnell zu Funktionsstörungen in der Synthese dieser Aminosäuren kommen. Die Folge ist ein Mangel, der durch erhöhten BCAA-Umsatz kompensiert wird. Daher kann ein Glutamin-Mangel zu einem BCAA-Mangel beitragen.

BCAA findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Wundheilung

BCAA werden nach Operationen oder Verletzungen zur besseren Wundheilung eingesetzt. Vor allem bei bettlägerigen Menschen wird so der Abbau von Muskelmasse verhindert.

 
Lebererkrankungen

BCAA werden bei schweren Lebererkrankungen eingesetzt, um den Abbau von Muskelmasse zu verhindern und die Leber-Regeneration anzuregen. Außerdem beugt eine zusätzliche BCAA-Gabe eventuellen Stoffwechselstörungen des Gehirns vor.

 
Regeneration

BCAA werden bei schweren Lebererkrankungen eingesetzt, um den Abbau von Muskelmasse zu verhindern und die Leber-Regeneration anzuregen. Außerdem beugt eine zusätzliche BCAA-Gabe eventuellen Stoffwechselstörungen des Gehirns vor.

 

Häufige Fragen und wissenswertes

Was verbessert die Aufnahme von BCAA?

Vitamin B5 und Vitamin B6 sowie Biotin werden benötigt, um BCAA zu verstoffwechseln. Die zusätzliche Einnahme dieser Nährstoffe kann daher die Bioverfügbarkeit von BCAA verbessern.

Was verschlechtert die Aufnahme von BCAA?

Ein Mangel an den genannten Nährstoffen verschlechtert umgekehrt die Nutzbarkeit von BCAA. Außerdem erhöht ein Glutamin-Mangel den BCAA-Bedarf.

BCAA im Sport 

Sportler nutzen BCAA zur Anregung des Muskelaufbaus. Eine Leistungsverbesserung durch die gezielte Einnahme von BCAA konnte jedoch nicht gezeigt werden. Darüber hinaus spielen BCAA bei der Regeneration nach intensiven Trainingseinheiten eine wichtige Rolle. 

BCAA Einnahme 

Beachten Sie bei der Einnahme von BCAA unbedingt die Obergrenzen für die tägliche Zufuhr. Besprechen Sie die Einnahme von Nahrungsergänzungspräparaten mit Ihrem Arzt.

BCAA Dosierung 
Die tägliche Dosierung richtet sich vor allem nach Ihrem Aktivitätslevel. Sportler haben einen erhöhten Bedarf. Die Empfehlung für die normale Dosierung liegt zwischen fünf und zehn Gramm. Sportler können mitunter die doppelte Menge aufnehmen.

BCAA wann einnehmen 
Die Einnahme von BCAA empfiehlt sich in besonderen Stresssituationen und zur Regeneration nach Verletzungen und sportlicher Aktivität. 

BCAA vor oder nach dem Training 
Im Normalfall werden BCAA nach dem Training verabreicht, um den Muskelaufbau anzuregen und die Regeneration zu beschleunigen. Durch BCAA wird die Ausschüttung des Hormons Insulin erhöht. So werden die Muskelzellen schnell mit Zucker zur Energiegewinnung versorgt, aber auch der Transport der unentbehrlichen Aminosäure in die Muskulatur wird beschleunigt.

BCAA-Darreichungen 

BCAA in Pulverform oder als Kapseln haben sich bewährt. Die Aminosäuren werden in dieser Form schneller vom Körper verarbeitet als in Tablettenform. Die tägliche Dosierung für Sportler liegt zwischen fünf und zwanzig Gramm, wobei Leucin den Löwenanteil ausmachen sollte. Valin und Isoleucin spielen eine untergeordnete Rolle.

BCAA Nebenwirkungen 

Nebenwirkungen durch die Einnahme von BCAA sind selten. Beachten Sie jedoch, dass Sie die zusätzliche Zufuhr mit der BCAA-Aufnahme durch die reguläre Nahrung abstimmen. Mitunter kann es zu erhöhtem Haarwachstum kommen. Darüber hinaus kann eine Überdosierung die Synthese bestimmter Neurotransmitter wie bspw. Serotonin stören.

H3 BCAA & Glutamin 

BCAA hängen eng mit der bedingt entbehrlichen Aminosäure Glutamin zusammen. Ein Glutamin-Mangel führt zu vermehrtem BCAA-Verbrauch, der durch proteinreiche Nahrung oder gegebenenfalls entsprechende Nahrungsergänzungspräparate ausgeglichen werden sollte.

Quellen

1Juhl J.H. Fibromyalgia and the serotonin pathway. Alternative medicine review: a jounal of clinical therapeutic 3, 5: 367-375, 1998 
2Maes M., Verkerk R., Delmeire L., van Gastel A., van Hunsel F., Scharpé S. Serotonergic markers and lowered plasmabranched-chain-amino acid concentrations in fibromyalgia. Psychiatry research 97, 1: 11-20, 2000 
- 3Van West D., Maes M. Neuroendocrine and immune aspects of fibromyalgia. BioDrugs: clinical immunotherapeutics andgene therapy 15, 8: 521-531, 2001
- Arndt K., Albers T. Handbuch Protein und Aminosäuren. 13-60, 140-161, 179-183. 2. Auflage Novagenics Verlag 2004 
- https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-