L-Tryptophan & L-Tryptophan-Mangel

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L-Tryptophan wird zu den unentbehrlichen Aminosäuren gezählt. Das bedeutet, der Körper kann L-Tryptophan nicht selbst synthetisieren, daher muss es in ausreichender Menge mit der Nahrung zugeführt werden. L-Tryptophan fungiert als wichtige Schnittstelle bei wesentlichen Funktionen im menschlichen Organismus. Als Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin wirkt L-Tryptophan auf die Stimmung und beeinflusst ebenfalls als Vorstufe des Hormons Melatonin den Schlaf-Wach-Rhythmus. Darüber hinaus ist L-Tryptophan ein Ausgangsstoff zur Produktion von Vitamin B3 (Niacin), sowie als wichtiger Baustoff zur Synthese von körpereigenem Protein relevant. L-Tryptophan kommt vor allem in eiweißhaltigen Lebensmitteln wie Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchten und Milch vor. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist ein Mangel eher selten. Kommt es dennoch zum Defizit, sind vor allem neurologische Symptome wie Unruhezustände, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen zu beobachten.

Funktion im Körper

Als Vorstufe sowohl vom sogenannten "Glückshormon" Serotonin, als auch vom sogenannten "Schlafhormon" Melatonin, greift L-Tryptophan in den Schlaf-Wach-Rhythmus ein und beeinflusst die Stimmungslage. Es ist außerdem relevant für das Schmerz- und Appetitempfinden. Im Körper kann L-Tryptophan außerdem zu Vitamin B3 (Niacin) umgewandelt werden, dieser Prozess ist jedoch sehr ineffizient. Es werden ungefähr 60mg L-Tryptophan benötigt, um 1mg Vitamin B3 (Niacin) zu synthetisieren. L-Tryptophan wird außerdem für den Aufbau von Zellprotein gebraucht. 

L-Tryptophan-Mangel 

Ein Mangel ist bei einer ausgewogener Ernährung kaum zu erwarten. Hingegen tragen bestimmte Diäten und Verdauungsstörungen zu einem L-Tryptophan-Mangel bei.

Ursachen 

Folgende Umstände können zu einem L-Tryptophan-Mangel führen:

  • eiweißarme Diäten
  • Bulimie und Magersucht
  • Zuckermalabsorption (Laktose-, Fruktoseintoleranz)

L-Tryptophan-Mangel Symptome 

In der Folge eines L-Tryptophan-Mangels können folgende Symptome auftreten:

  • depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen
  • Ein- und Durchschlafschwierigkeiten
  • Unruhe- und Angstzustände
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Antriebslosigkeit

L-Tryptophan-Mangel behandeln und vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährung ist die beste Vorsorgemaßnahme gegen einen L-Tryptophan-Mangel. Wurde ein Mangel festgestellt, kann mit gezielt eiweißreicher Kost oder entsprechenden L-tryptophanhaltigen Supplementen gegen das Defizit vorgegangen werden. Die Dosierung eines Nahrungsergänzungspräparats sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt ab, eine Überdosierung ist jedoch praktisch unmöglich.

Selbstbehandlung 

Sollten Sie Mangelerscheinungen bei sich beobachten, denken Sie zunächst über eine Ernährungsumstellung nach. Sollte dies nicht das gewünschte Abklingen der Symptome herbeiführen, können Sie über die Einnahme von Supplementen nachdenken.

Überdosierung 

Eine Überdosierung ist im Grunde ausgeschlossen, da L-Tryptophan selbst die Aktivität seines Abbauenzyms Tryptophan-Pyrrolase bzw. Tryptophan-2,3-Dioxygenase anregt und sich dadurch selbst reguliert. Das sogenannte "Stresshormon" Cortisol regt ebenfalls den Abbau an.

Täglicher Bedarf 

Der tägliche L-Tryptophan-Bedarf richtet sich nach dem individuellen Körpergewicht. Pro Kilogramm Körpergewicht wird eine Zufuhr von 5mg empfohlen. Entsprechend sollte ein 70kg schwerer Erwachsener also täglich 350mg L-Tryptophan zu sich nehmen. 

Risikogruppen L-Tryptophan-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Sonstige

Menschen mit falschem Essverhalten
Gestörtes Essverhalten wie Bulimie und Magersucht, aber auch ausgewählte Diäten, vor allem, wenn gezielt auf Eiweiß verzichtet wird, sorgen allgemein für eine gestörte Aufnahme von Nährstoffen und mittelfristig auch für einen L-Tryptophan-Mangel.

Betroffene von Zuckermalabsorption
Bei einer Zuckermalabsorption kann der Körper bestimmte Zuckermoleküle nicht korrekt aufspalten und aufnehmen. Im Darm können sich die nicht aufgenommenen Zuckermoleküle an L-Tryptophan binden, so dass diese Substanz vom Körper nicht verwertet werden kann. Die Folge ist ein Tryptophan-Mangel. Daher sollten Betroffene von Laktose- und Fruktoseintoleranz gezielt auf ihre Tryptophan-Versorgung achten.

L-Tryptophan findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Depression

Als Vorstufe von Serotonin hat sich die Gabe von L-Tryptophan und OH-Tryptophan zur Behandlung von depressiven Verstimmungen, Depressionen und anderen Affekt-Störungen bewährt. Die Behandlung sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

 
Schlafstörungen

Als Vorstufe von Melatonin, des sogenannten "Schlafhormons", kann L-Tryptophan zur Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen eingesetzt werden. In der Regel wird das Präparat kurz vor dem Zubettgehen verabreicht.

 

Häufige Fragen und wissenswertes

Was verbessert die Aufnahme von L-Tryptophan? 

Vitamin B3 (Niacin) fördert die Wirksamkeit von L-Tryptophan. Häm bzw. Eisen gilt als Co-Faktor für die Synthese von L-Tryptophan zu Serotonin.

Was verschlechtert die Aufnahme von L-Tryptophan? 

Das "Stresshormon" Cortisol sowie Stress selbst, hemmen die Wirksamkeit von L-Tryptophan. 

Tryptophan-Nebenwirkungen 

Da eine Überdosierung im Grunde ausgeschlossen ist, sind keine Nebenwirkungen durch die Aufnahme von L-Tryptophan zu erwarten. L-Tryptophan-Supplemente sind jedoch vor über 20 Jahren in Verruf geraten, als verunreinigte Produkte eines japanischen Herstellers auf den Markt gekommen waren. Unter strengen Reinheitsauflagen ist L-Tryptophan mittlerweile wieder als Nahrungsergänzungspräparat erhältlich.

Tryptophan-Dosierung 

Tryptophan ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Zur Behandlung von Schlafstörungen genügen bereits ein bis zwei Gramm vor dem Schlafengehen. Ähnliche Dosierungen werden zur Behandlung von Stimmungsschwankungen und Affekt-Störungen empfohlen, nämlich 2,5g täglich.

Tryptophan & Schlaf 

Tryptophan ist als frei verkäufliches Schlafmittel erhältlich. Für eine angenehme Nachtruhe sollte das Präparat kurz vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Dosen von ein bis zwei Gramm genügen in der Regel.

Quellen

- Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage) 
- http://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/aminosaeuren/392
- http://www.chemie.de/lexikon/Tryptophan.html