Glykosidase

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Glykosidasen sind Verdauungsenzyme. Sie zerteilen mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate, indem sie einzelne Zuckermoleküle abtrennen. Nur in dieser Form stehen diese dem Stoffwechsel zur Energiegewinnung zur Verfügung. Weil diese Aufgabe so wichtig für die Existenz und einen funktionierenden Organismus ist, kommen Glykosidasen nicht nur im menschlichen Verdauungstrakt vor. Nahezu jedes Lebewesen sowie Pilze weisen das Enzym auf. Je nach Organismus variiert das Optimum des pH-Werts der Glykosidasen. Glykosidase, die die Verdauung des Menschen steuert, wird im Darm aktiv. Man differenziert N-Glykosidasen und O-Glykosidasen, wobei der Unterschied in der Ausführung der Zuckerverdauung liegt. Glykosidasen bilden sich eigenständig bei der Aufnahme von energiereicher Nahrung.

Funktion im Körper

Um die Funktion der Organe zu gewährleisten, insbesondere für die Muskelaktivität und die Gedächtnisleistung, benötigt der Körper Energie. Diese kann er ausschließlich aus der Nahrung beziehen. Kohlenhydrate sind die energiereichste Nährstoffgruppe, da sie zu einem Großteil aus Zucker bestehen. Allerdings sind diese Zuckerketten zu komplex, damit der Körper sie unverdaut aufnehmen könnte. Für die Verfügbarkeit sorgt das Verdauungsenzym Glykosidase, welches den Zucker in seine Einzelteile zerlegt.

Was ist Glykosidase?

Glykosidase ist ein Verdauungsenzym, welches Kohlenhydrate in ein Zuckermolekül und ein Aglycon spaltet. In Fachkreisen spricht man von einer Hydrolase, da das Enzym für die Spaltung ein Wassermolekül benötigt. Grundsätzlich dient dieser Vorgang der Energiebereitstellung für den Körper. Entsprechend bildet sich das Enzym auch nur unter der Zufuhr von zuckerhaltiger Nahrung. Mittlerweile sind mehrere Arten von Glykosidase bekannt. Zum einen existiert die N-Glykosidase. Sie kann im Gegensatz zu der zweiten Gruppe, den O-Glykosidasen, eine vollständige Zuckerkette in ihre Einzelteile zerlegen.

Vorkommen von Glykosidase

Glykosidase kommt sowohl im menschlichen, im tierischen als auch im pflanzlichen Organismus vor, wo das Enzym stets dieselbe Aufgabe besitzt. Auch in Mikroorganismen konnte man Glykosidase nachweisen. Jedoch besitzen die Enzyme entsprechend der unterschiedlichen Lebensräume immer ein anderes pH-Wert Optimum. Beim Menschen ist die Glykosidase im Verdauungstrakt, genauer im Darm, angesiedelt.

Glykosidase findet Verwendung in …

Anwendungsgebiet

Beschreibung

Nahrungsergänzungsmitteln

Für eine bessere Verdauung von Kohlenhydraten und der daraus folgenden Energiegewinnung.

Futtermittelzusatz

Bei Geflügel

Gebäck

Um die Teigeigenschaften zu optimieren.

Waschmittelindustrie

Um stärkehaltige Verschmutzungen zu entfernen.

Entstehung und Symptome eines Mangels an Glykosidase

Ein Mangel an Glykosidase äußert sich in einer eingeschränkten Verdauung. Produziert der Körper zu wenig kohlenhydrat spaltende Enzyme, passieren diese unangerührt den Darm und liefern dem Organismus keinerlei Energie. Durchfälle und Bauchschmerzen sind zwar unangenehme Symptome, gehören aber noch zu den harmlosesten Folgen. Aufgrund der fehlenden Bereitstellung von Zucker kommt es zu einer Unterversorgung, unter der auch die Organfunktion leidet. Des Weiteren ist die Gehirnleistung stark eingeschränkt.

Behandeln und Vorbeugen eines Mangels an Glykosidase

Die Chancen auf eine Linderung der Beschwerden stehen bei einem Mangel an Glykosidase gut. Zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel unterstützen den Organismus bei der Verdauung der Kohlenhydrate, indem man das Enzym oral zuführt.

Empfohlene Dosierung der Einnahme

Die empfohlene Ration der Einnahme von Glykosidase richtet sich in der Regel nach dem Schweregrad des Mangels. Diesen bestimmt der Arzt und stellt seinen Patienten demnach medizinisch ein. Von einer Überdosierung ist dennoch abzuraten.

Häufige Fragen

Was verbessert die Aufnahme von Glykosidase?

Der Körper bildet Glykosidase, wenn er das Enzym benötigt, um Kohlenhydrate in Zucker aufzuspalten und diesen in den Stoffwechselprozess aufzunehmen. Dementsprechend ruft der Verzehr zucker- oder stärkehaltiger Lebensmittel eine erhöhte Glykosidase Bildung hervor. Da das Enzym im Darm tätig ist, kann die Aufrechterhaltung einer gesunden Darmschleimhaut förderlich für die Energieaufnahme sein. Lebensmittel wie Sauerkraut oder Naturjoghurt haben positive Wirkung auf die Darmflora. Besonders nach einer Antibiotika Therapie ist der Verzehr empfehlenswert.

Was verschlechtert die Aufnahme von Glykosidase?

Wie jedes Enzym besitzt auch die Glykosidase ein pH-Optimum, bei dem es am effektivsten arbeitet. In der menschlichen Verdauung liegt dieser Wert im basischen Bereich. Eine Übersäuerung, beispielsweise durch austretenden Magensaft tötet das Enzym ab.

Welche Enzyme besitzen eine ähnliche Funktion wie Glykosidase?

Glykosidase bezeichnet im eigentlichen Sinne kein einzelnes Enzym, sondern fungiert als Sammelbegriff für eine Gruppe von zuckerspaltenden Verdauungsenzymen, den Hydrolasen. Zu dieser Klassifikation gehören noch weitere Enzyme. Die wichtigsten Vertreter sind Amylase, Invertase, Cellulase, Neuraminidase und Lysozym.