Cobalt & Cobalt-Mangel

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Aus chemischer Sicht ist Cobalt ein seltenes Element, welches im Periodensystem in der Gruppe der Schwermetalle anzutreffen ist. Als solches findet es Verwendung in der Schwerindustrie bei der Veredlung von Lacken und Legierungen. Sehr viel bedeutsamer ist Cobalt jedoch für den menschlichen Stoffwechsel. Das Spurenelement ist Bestandteil des lebensnotwendigen Vitamin B12. Da ein Cobalt-Mangel schwerwiegende Folgen für die Gesundheit hat, empfehlen Ernährungsexperten eine tägliche Zufuhr über die Nahrung oder aus Präparaten. Im Umkehrschluss wirkt sich jedoch auch eine Überdosierung negativ auf den Körper aus.

Funktion im Körper

Cobalt ist für den Erhalt eines gesunden Stoffwechsels unabdingbar. Mithilfe des Covitamin B12 aktiviert das Spurenelement wichtige Enzyme, die Stoffwechselprozesse anregen. Zum einen ist Cobalt am Abbau ungeradzahliger Fettsäuren beteiligt. Auf diese Weise schützt und stärkt es die Nerven gleichermaßen. Darüber hinaus senkt Cobalt das Arteriosklerose Risiko, indem es den Stoff Homocystein in Methionin umwandelt. Weiterhin fördert das Spurenelement die Produktion der Erythrozyten, den roten Blutkörperchen, die für die Sauerstoffversorgung der Organe zuständig sind. Generell steigert Cobalt die Zellbildung, insbesondere derer, welche die Erbsubstanz bilden. Zu guter Letzt unterstützt es die Bildung von Folsäure.

Cobalt-Mangel

Theoretisch ist der menschliche Körper in der Lage, Cobalt eigenständig zu produzieren. Forscher sprechen deshalb nicht von einem essentiellen Spurenelement. Jedoch wäre der Stoff nur im Darm verfügbar, entsteht allerdings im Magen. Deshalb leiden Menschen bei unzureichender Aufnahme des Spurenelements einen Cobalt-Mangel. Dieser hat folgenschwere Auswirkungen auf die Gesundheit. Bei rechtzeitiger Diagnose sowie einer gezielten Behandlung klingen die Symptome aber wieder ab.

Ursachen

Ein Cobalt-Mangel geht immer mit einem Vitamin-B12 -Mangel einher. Dieser ist vor allem in Industrieländer sehr selten, da ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stehen, die den Körper mit dem Vitamin versorgen. Überdies besitzt der Körper einen großen Speicher, der selbst bei vollständigem Verzicht auf Vitamin B12 erst nach Jahrzehnten aufgebraucht wäre. Dennoch kann eine massive Fehl- oder Mangelernährung einen Cobalt-Mangel begünstigen. Hierbei unterliegt die zugeführte Menge des Vitamin B12 dem täglichen Tagesbedarf. Menschen mit einer Essstörung sowie die arme Bevölkerung, die sich aufgrund der finanziellen Lage sehr einseitig ernährt, oder alte Menschen, die wenig Appetit verspüren sind besonders häufig betroffen. Da Fleisch das größte Vitamin B12 Vorkommen unter den natürlichen Lebensmitteln aufweist, fördert besonders der vegane Lebensstil eine Mangelerscheinung.

Weiterhin können aber auch Stoffwechselstörungen oder -krankheiten verantwortlich für einen Cobalt-Mangel sein. In diesem Fall führen Patienten ihrem Körper zwar eine ausreichende Menge des Spurenelements zu, jene kann der Organismus aber nicht aufnehmen. Zum Beispiel kann eine Fehlfunktion der Magenschleimhaut Ursache für eine unzureichende Aufnahme sein. Erst der in der Magenschleimhaut produzierte Instrict Faktor macht Cobalt verwertbar. Bleibt diese Produktion aus, scheidet der Körper das Spurenelement vollständig wieder aus. Nachdem der Magen das Element für die Aufnahme bereitgestellt hat, ist das Endstück des Dünndarms für die Verwertung zuständig. Gewisse Krankheiten erfordern allerdings die chirurgische Entfernung des Teilorgans. Auch in diesem Fall gerät zu wenig Vitamin B12 in den Blutkreislauf. Letztendlich hemmen auch bestimmte Medikamente die Vitamin B12 Aufnahme ins Blut.

Symptome

Ein Cobalt Mangel äußert sich in folgenden Symptomen:

  • Blutarmut (äußert sich in Körperschwäche, Atemnot und Blässe)
  • Schleimhautblutungen (erkennbar an punktuellen Hämatomen unter der Haut)
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Rückbildung der Darm-, Zungen- und Mundschleimhäute (glatte, intensiv gerötete Zunge)
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsbeschwerden
  • Bauchschmerzen
  • Kribbeln in den Gliedmaßen (durch Störungen des Rückenmarks)
  • Gefühlsverlust in den Händen oder Füßen
  • Bewegungseinschränkungen bis hin zu Lähmungen
  • Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen
  • Depressionen
  • Verwirrtheit oder Wahnvorstellungen
  • Erhöhtes Arteriosklerose Risiko (Kalkablagerungen an den Gefäßwänden) und Thrombosen (Verschluss der Venen) durch erhöhte Homocystein Werte
  • Mangel an weiteren Nährstoffen

Behandlung und vorbeugen

Die Therapie eines Cobalt-Mangels ist immer auf die Ursache der Unterversorgung ausgerichtet. Hierbei gilt es die auslösende Fehlfunktion zu begleichen. Im Falle einer Essstörung sollte ein Ernährungsberater einen geeigneten Speiseplan aufstellen, der den empfohlenen Tagesbedarf an Vitamin B12 deckt. Vordergründig sind fleischhaltige Mahlzeiten anzuraten. Veganer können indessen auf Cobalt-Präparate zurückgreifen.

Ist es nicht möglich, den Cobalt-Mangel durch eine erhöhte Zufuhr auszugleichen, wie es bei Stoffwechsel- oder Organerkrankungen der Fall ist, spritzt der Arzt eine Cobalt-Lösung direkt in den Muskel.

Selbstbehandlung

Vitamin-B12-Präparate sind auch in der Apotheke oder im Internet freiverkäuflich erhältlich. Jedoch empfiehlt es sich, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen. Die Ernährung lässt sich hingegen ganz simpel allein umstellen, indem der Speisplan vordergründig aus folgenden Lebensmitteln besteht:

  • Sahnejoghurt
  • Wildschwein
  • Pute
  • Austernseitlinge
  • Römischer Salat
  • Roggenkörner
  • Zwiebel
  • Spinat
  • Kartoffeln
  • Äpfel
  • Birnen
  • Macadamianüsse
  • Mandeln
  • Sonnenblumenkerne
  • Pfefferminz- und Rooibostee

Überdosierung

Eine Überdosierung allein durch den Verzehr cobalthaltiger Lebensmittel ist nahezu unmöglich. Erst ab einer täglichen Ration von 25mg machen sich folgende Nebenwirkungen bemerkbar:

  • Gewebeveränderungen der Haut und der Lunge
  • Schäden an Niere, Leber, Herz oder Magen
  • Gewichtsverlust
  • Bauchschmerzen
  • Atemnot
  • Erbrechen

Täglicher Bedarf

Für den täglichen Bedarf von Vitamin B12 gelten folgende Richtwerte für bestimmte Altersgruppen:

Kinder unter 13 Jahren

< 3µg

Kinder ab 13 Jahren

3µg

Schwangere

3,5µg

Stillende

4 µg

Bei der Einnahme spezieller Cobalt -Präparate beläuft sich die Tagesdosis auf 0,2µg.

Risikogruppen Cobalt-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Vegetarier & Veganer

Allein durch pflanzliche Kost ist es nicht möglich, den Tagesbedarf an Vitamin B12 zu decken.

Senioren

Bei alten Menschen lässt das Durst- und Hungerempfinden allmählich nach oder sie vergessen zum Teil, zu essen und zu trinken. Manchmal ist auch das Essen in Altersheimen oder Krankenhäusern nicht nahrhaft genug

Sonstige

Essgestörte
Auch Essgestörte führen ihrem Körper zu wenig des Spurenelements zu.

Menschen mit Krankheiten des Verdauungstrakts
Magen und Darm müssen einwandfrei funktionieren, um Cobalt aufzunehmen.

Patienten nach einer Operation am Dünndarm
Siehe oben.

Patienten, die bestimmte Medikamente einnehmen müssen
Manche Arzneimittel hemmen die Aufnahme von Vitamin B12.

Manche Menschen reagieren obendrein allergisch auf das Schwermetall. Die Unverträglichkeit betrifft nicht nur die orale Einnahme, sondern kann auch bei Berührungen mit der Haut zu Beschwerden führen.

Cobalt findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Pigmentierung von Keramik

Das Spurenelement dient zum Färben des jeweiligen Materials.

 
Glas und ähnlichem

Cobalt ist äußerst wärmebeständig und kommt in Batterien, Lacken, Farben, Hartmetallen, Diamantwerkzeugen, Gitarrensaiten, Lithium- Akkumulatoren und Stahl vor.

 
Legierungen

Wenn die Tiere aufgrund eines niedrigen Gehalts im Boden zu wenig über die Nahrung aufnehmen.

 

Häufige Fragen zu Cobalt & Cobalt Mangel

Was verschlechtert die Aufnahme von Cobalt?

Bestimmte Medikamente hemmen die Cobalt Aufnahme. Auch Verletzungen der Magenschleimhaut, die deren Funktion beeinträchtigen führen zu einer Mangelversorgung.

Cobalt-Tabletten

Cobalt Tabletten sind sowohl rezeptfrei erhältlich, als auch Bestandteil einer ärztlich angeordneten Therapie. Jedoch ist die Einnahme nicht immer sinnvoll. Zunächst sollte ein Mediziner die Ursache für einen Cobalt-Mangel klären. Ist der Körper nämlich nicht in der Lage, Vitamin B12 zu verwerten, erzielt auch eine erhöhte Tagesdosis keinen Nutzen. Überdies darf keine Einnahme von Cobalt-Tabletten erfolgen, wenn eine Allergie gegenüber dem Spurenelement vorliegt.