Mangan & Mangan-Mangel

Der Mineralstoff Mangan zählt zu den essentiellen Spurenelementen, die dem Körper regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Der Körper weist verhältnismäßig geringe Konzentrationen von Mangan auf. Im Körper einer Person mit 70 Kilogramm Körpergewicht verteilen sich etwa zwölf bis zwanzig Milligramm. Der Großteil - etwa 25 Prozent der Gesamtmenge - ist in den Knochen zu finden. Daneben gehören die Leber, die Nieren und die Bauchspeicheldrüse zu den manganreichen Organen. Mangan ist einerseits Bestandteil wichtiger Enzyme, andererseits aktiviert der Stoff auch Enzyme im Körper. Dadurch ist Mangan an einigen wichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Da Mangan in zahlreichen Lebensmitteln vorkommt, ist ein Mangel selten zu beobachten. Der Stoff spielt jedoch nicht nur für menschliche Stoffwechselprozesse eine wichtige Rolle, sondern ist auch für die Industrie von Bedeutung. Das Schwermetall Mangan wird zum Beispiel für die Legierung von rostfreiem Stahl benötigt. Während Überdosierungen durch die Nahrung quasi unmöglich sind, kann es durch die Belastung mit Manganoxidstaub in der Arbeitswelt zu Vergiftungserscheinungen durch Einatmen oder Hautkontakt kommen.

Funktion im Körper

Mangan ist ein wichtiger Bestandteil zahlreicher Enzyme und wird beispielsweise für die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse benötigt. Das Enzym Mangan-Superoxiddismutase fungiert aufgrund seiner antioxidativen Wirkung als Zellschutz. Folgende Prozesse im Körper sind ebenfalls manganabhängig:

  • Blutgerinnung
  • Elektrolythaushalt
  • Elastizität der Haut / Aufbau von Kollagen
  • Bildung von Harnstoff
  • Eiweiß- und Fettstoffwechsel
  • Histaminabbau
  • Bildung von Sexualhormonen
  • Regulation des Cholesterinspiegels
  • Aktivität von Neurotransmittern

Mangan-Mangel

Bei einer ausgewogenen Ernährung ist ein Mangan-Mangel im Grunde ausgeschlossen, da Mangan in vielen Lebensmitteln enthalten ist.

Ursachen

Eine einseitige Ernährung kann einen Mangan-Mangel begünstigen, vor allem wenn der Speiseplan vorwiegend aus nährstoffarmen Weißmehlprodukten besteht. Ein hoher Zuckerkonsum, sowie der Verzicht auf frisches Obst und Gemüse wirken sich ebenfalls negativ auf die Manganaufnahme aus. Daneben kommen folgende Ursachen für einen Mangan-Mangel infrage:

  • hohe Zufuhr von Calciumpräparaten
  • Langzeiteinnahme von Psychopharmaka
  • Alkohol
  • Schwermetallbelastung
  • angeborener Enzymdefekt

Mangan-Mangel Symptome

Folgende Symptome können bei einem Mangan-Mangel auftreten:

  • Blutgerinnungsstörungen
  • erhöhte Calcium-, Phosphor- und Glukose-Blutwerte
  • geringer HDL-Cholesterin-Wert
  • Unfruchtbarkeit
  • Wachstumsstörungen und Neigung zu Knochenbrüchen
  • trockene Haut und andere Gewebestörungen
  • Ergrauen der Haare
  • Infektanfälligkeit
  • Muskelzuckungen
  • Störungen des zentralen Nervensystems (Verwirrtheit, gestörte Koordination, etc.)

Mangan-Mangel behandeln und vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährungsweise mit viel frischem Obst und Gemüse ist die beste Vorsorgemaßnahme, um einen Mangan-Mangel zu verhindern. Sollte es dennoch zum Mangel kommen, kann der Arzt entsprechende Nahrungsergänzungsmittel verordnen.

Selbstbehandlung

Neben Obst und Gemüse enthalten vor allem Nüsse und Vollkornprodukte viel Mangan. Hingegen sind Milch und die meisten Mineralwassersorten manganarm. Wenn ein Mangan-Mangel vermutet wird, sollte auf einen starken Konsum von Milchprodukten möglichst verzichtet werden.

Überdosierung

Mit der Nahrung ist eine Überdosierung nahezu unmöglich. Durch die unsachgemäße Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann es jedoch zu Vergiftungserscheinungen kommen. Da Mangan hauptsächlich über die Galle ausgeschieden wird, sollten Menschen mit Erkrankungen der Gallenblase möglichst auf Mangansupplemente verzichten. Daneben sollten manganhaltige Supplemente vor allem bei Säuglingen mit Vorsicht verabreicht werden, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Täglicher Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt folgende Referenzwerte für die Manganzufuhr bekannt. Bei den Angaben handelt es sich um Schätzwerte.

Säuglinge

0 bis 4 Monate: k.A.
4 bis 12 Monate: 0,6-1,0 mg

Kinder

1 bis 4 Jahre: 1,0-1,5mg
4 bis 7 Jahre: 1,5-2,0mg
7 bis 10 Jahre: 2,0-3,0mg
10 bis 15 Jahre: 2,0-5,0mg

Jugendliche und Erwachsene

ab 15 Jahren: 2,0-5,0mg

Risikogruppen Mangan-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Sonstige

Menschen mit einseitiger Ernährung
Eine einseitige Ernährungsweise, etwa durch den vermehrten Verzehr von Fast Food mit hohem Weißmehlanteil, kann einen Mangan-Mangel begünstigen. Daneben beeinflusst Alkohol die Manganaufnahme negativ.

Bestimmte Medikamente und Präparate
Neben Calciumpräparaten beeinflussen Psychopharmaka zur Behandlung von affektiven Störungen und anderen psychischen Krankheiten die Manganaufnahme negativ, wodurch es zum Mangel kommen kann. Um Nebenwirkungen wie motorische Einschränkungen (tardive Dyskinesie) zu vermeiden, wird eine Mangan-Supplementierung bei der Verabreichung von Psychopharmaka empfohlen.

Arbeiter in der metallverarbeitenden Industrie
Durch die Belastung mit anderen Schwermetallen in der verarbeitenden Industrie kann es einerseits zum Mangan-Mangel kommen, andererseits kann beispielsweise das Inhalieren von Manganoxidstaub eine Manganvergiftung verursachen.

Menschen mit angeborenem Enzymdefekt
Ein angeborener Enzymdefekt, verursacht durch zum Beispiel eine Stoffwechselkrankheit wie Phenylketonurie (PKU), kann ebenfalls zu einem Mangan-Mangel beitragen. Betroffene sind dann ihr Leben lang auf Supplemente angewiesen.

Mangan findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Epilepsie

Neben Traumata könnte ein Mangan-Mangel auch relevant für die Entstehung von Epilepsie sein. Oft weisen Epileptiker geringe Manganwerte im Blut und Haar auf.

 
Osteoporose

Ein Mangan-Mangel führt langfristig zu degenerativen Knochenveränderungen. Durch die Supplementierung von Mangan konnten sowohl bei Osteoporose-, als auch bei Arthrosepatienten Erfolge verzeichnet werden. In der Kombination mit Zink, Calcium und Kupfer konnte durch die zusätzliche Gabe von Mangan die Knochendichte bei Osteoporosepatienten verbessert werden. Bei Arthrosepatienten verbessert Mangan die Wirkung von Chondroitinsulfat und Glucosaminsulfat.

 
Diabetes

Aufgrund seiner Wichtigkeit für den Zuckerstoffwechsel spielt ein Mangan-Mangel womöglich eine Rolle bei der Entstehung von Diabetes mellitus. Diabetiker weisen nur halb so hohe Manganwerte auf wie gesunde Menschen.

 
Asthma

In Untersuchungen wurde festgestellt, dass Asthmatiker viermal niedrigere Manganwerte im Blut aufweisen als gesunde Personen. Daher kommt ein Mangan-Mangel als Co-Faktor bei der Entstehung von Asthma infrage. Inwieweit die Supplementierung mit Mangan Abhilfe schaffen kann, muss noch weiter erforscht werden.

 
psychische Erkrankungen

Menschen, die an Schizophrenie leiden, weisen häufig geringe Zink- und Manganwerte auf. Supplemente können die Lebensqualität der Patienten verbessern. Dabei ist jedoch auf Blutdruckerhöhungen nach therapeutischen Mangan-Dosen zu achten. Andere Untersuchungen konnten zeigen, dass auch der Verzicht auf Weißmehl Besserungen bringen kann. Daher wird eine glutenfreie Ernährung für Schizophreniepatienten empfohlen.

 
Rückenbeschwerden

Aufgrund seiner Wichtigkeit für die Knochen- und Knorpelgesundheit steht ein Mangan-Mangel zudem im Verdacht, für Rücken- und Bandscheibenbeschwerden verantwortlich zu sein. Bei Betroffenen findet man häufig niedrige Manganwerte.

 
Wachstumsstörungen

Mangan ist wichtig für den Knochenaufbau. In der frühen Entwicklungsphase wird Mangan zur Ausprägung des Gleichgewichtssinns (Innenohr) benötigt. Kleinkinder mit Lauflernschwierigkeiten brauchen häufig zusätzlich Mangan. Eine Mangan-Mangelversorgung während der Schwangerschaft wird mit einem geringen Geburtsgewicht in Verbindung gebracht.

 

Häufige Fragen und wissenswertes

Was verbessert die Aufnahme von Mangan?

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an frischem Obst und Gemüse ist, wirkt sich förderlich auf die Manganaufnahme aus.

Was verschlechtert die Aufnahme von Mangan?

Bestimmte Substanzen, darunter Calcium, Eisen, Phosphat und Zink wetteifern im Körper um die Aufnahme mit Mangan und beeinflussen dadurch die Manganaufnahme negativ. Darüber hinaus verschlechtern Alkohol und bestimmte Medikamente (Calciumpräparate und Psychopharmaka) die Manganaufnahme.

Quellen

- Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)
- http://www.chemie.de/lexikon/Mangan.html
- http://www.onmeda.de/naehrstoffe/mangan.html
- http://www.netdoktor.at/laborwerte/mangan-6684754
- https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/kupfer-mangan-chrom-molybdaen/
- http://nutritionandmetabolism.biomedcentral.com/articles/10.1186/1743-7075-6-10