Cellulase

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Cellulase setzt sich aus drei verschiedenen Enzymgruppen, den Endoglucanasen, den Exoglucanasen sowie den Cellobiasen, zusammen. Diese besitzen die Funktion, Cellulose in Glucose zu spalten. Cellulose ist Hauptbestandteil pflanzlicher Zellen und liefert- sofern ein Lebewesen befähigt ist, den Stoff abzubauen- wertvolle Energie in Form von Kohlenhydraten. Ohne Cellulase scheidet der Organismus Cellulose unverdaut wieder aus, weshalb der Pflanzenstoff in der Ernährung als Ballaststoff eine wichtige Rolle spielt. Forscher entdeckten Cellulase bisher nur bei einer geringen Anzahl von Lebewesen (zum Beispiel Muscheln). Menschen, Pflanzenfresser, Wirbeltiere und Insekten nutzen dagegen alternative Bakterien, die sich im Blinddarm oder Magen bilden, um die Energie aus pflanzlicher Nahrung verwerten zu können. Allerdings ist Cellulase auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Allgemein findet das Enzym Anwendung in der Lebensmittel-, Textil- und Waschmittelindustrie.

Funktion im Körper

Cellulase dient dazu, Cellulose in Glucose umzuwandeln. Ohne diese Funktion kann ein Organismus nährstoffreiche Kohlenhydrate aus pflanzlicher Nahrung nicht aufnehmen.

Vorkommen von Cellulase

Hauptsächlich kommt Cellulase in Pflanzen vor. Da diese Cellulose für den Aufbau ihrer Zellwände benötigen, ist das Enzym unabdingbar. Cellulase bildet sogar den größten Anteil pflanzlicher Zellwände. Weiterhin erzeugen einige Pilze sowie Bakterien, sogenannte Prokaryoten das Enzym. Obgleich man lange Zeit davon ausging, dass Tiere keine Cellulase besitzen, weisen einige wenige Arten das Enzym auf. Dazu gehören

  • einige Muscheln
  • Manteltiere
  • einige Schnecken (ein bekannter Vertreter ist die Weinbergschnecke)
  • Krebse
  • Termiten
  • Fadenwürmer

Züchtungsbedingt fanden Forscher das Enzym auch bei Silberfischen.

Formen der Cellulase

Cellulase ist eine Verbindung dreier unterschiedlicher Enzymgruppen, die allesamt einer speziellen Aufgabe nachgehen:

Endoglucanasen

Endoglucanasen sind sozusagen für die grobe Vorarbeit der Cellulosespaltung zuständig. Sie trennen die Struktur des Stoffes in mehrere Teile. Da sie aber nur an bestimmten Stellen des Cellulosekörpers ansetzen können, fallen diese Teile noch sehr groß aus. Allerdings erzeugen sie dadurch wesentlich mehr Kettenenden, an denen die Exoglucanasen die Spaltung fortsetzen können.

Exoglucanasen

Dank der Vorarbeit der Endoglucanasen haben die Enzyme dieses Typs erleichterte Bedingungen, die Celluloseketten beginnend an den Kettenenden weiter zu zerteilen. Dank der höheren Anzahl der bereits zerlegten Kettenenden beschleunigt sich der Prozess der Celuloseteilung. Bei diesem Vorgang trennen die Exoglucanasen jeweils zwei Zuckermoleküle, die sogenannte doppelzucker Cellobiose, des Stoffes ab.

Cellobiasen

Letztendlich bleibt den Cellobiasen die Feinarbeit, um dem Stoffwechsel die Glucose endgültig zur Verfügung zu stellen. Diese Enzymgruppe spaltet nun die Verbindung der Doppelmoleküle und macht den gewonnenen Zucker aufnahmefähig für die Blutbahnen.

Cellulasen finden Verwendung in …

Anwendungsgebiet

Beschreibung

Nahrungsmittelindustrie

Als Beigabe zu Babynahrung oder Instantprodukten, zur Entfernung von Cellulose in Diätprodukten, zur Klärung von Fruchtsäften, bei der Kaffeeherstellung zur Trocknung der Kaffeebohnen.

Alkoholindustrie

Zur Herstellung von Spirituosen oder anderen alkoholischen Getränken wie z. B. Wein. Hier unterstützen Cellulasen in Kombination mit anderen Enzymen die Extraktion von erwünschten Substanzen wie Tanninen und Aromen aus den Traubenschalen.

Tiernahrung

Durch den Aufschluss der Cellulose tragen Cellulasen als Futtermittelzusätze zu einer besseren Verwertung pflanzlicher Tiernahrung bei.

Waschmittelindustrie

Insbesondere um den bekannten "Used Look" bei Jenas zu erzeugen.

Medizin

Gegen Darm- oder Magenverschlüsse.

Holzindustrie

Zur Verarbeitung von Altpapier.

Begleiterscheinungen bei der Einnahme von Cellulase

Als Nebenwirkungen von Cellulase sind erhöhte Mundtrockenheit sowie eine Minderung der Sehkraft bekannt. Mit einer Rationsdosierung können Sie dem entgegenwirken.

Empfohlene Dosierung der Einnahme

Die empfohlene Einnahme Dosierung richtet sich nach der Darreichungsform des Cellulase Präparats. Allerdings ist aufgrund der mangelnden Kenntnisse über die etwaige Nebenwirkung Kindern unter zwölf Jahren von dem Konsum abzuraten. Schwangere und Stillende sollten das Enzym nur auf ärztliche Anweisung einnehmen.

Bei welchen Personengruppen macht eine Zufuhr Sinn?

Menschen mit Verdauungsbeschwerden

Da Cellulase die Cellulose aus der Nahrung spaltet, wirkt sich das Enzym positiv auf die Verdauung aus. Manchen Menschen fehlt die Fähigkeit, die für die Energiegewinnung aus pflanzlichen Lebensmitteln notwendigen Fermente zu bilden. Man spricht von einer Intoleranz gegenüber unverdaulichen Kohlenhydraten. Die hohe Ballaststoffkonzentration führt zu einer vermehrten Gasbildung im Verdauungstrakt. Menschen, die sich nach dem Verzehr von Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchten aufgebläht fühlen, sollten daher Cellulase als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Ebenso empfiehlt sich die Verabreichung bei

  • Nervösen Verdauungsbeschwerden
  • einem Reizdarm
  • Bauchkrämpfen nach den Mahlzeiten
  • Gallenwegserkrankungen

Menschen die allgemein unter Blähungen leiden

Cellulase ist ein effektives Mittel, um Blähungen vorzubeugen. Im gleichen Zug transportieren die unverdaulichen Ballaststoffe, welche die Cellulase von den verwertbaren Kohlenhydraten trennt, Giftstoffe und Cholesterin aus dem Körper, indem dieser sie unverdaut ausscheidet.

Gefährdete Personen für die Einnahme von Cellulase

Patienten mit Vorerkrankung

Bei folgenden Erkrankungen dürfen Sie Cellulase nicht einnehmen:

  • Grüner Star
  • Prostatavergrößerung
  • Lebererkrankung
  • Gallenblasenerkrankung
  • Darmschlaffheit
  • Cellulase Unverträglichkeit

Patienten, die bereits andere Arzneimittel einnehmen

Fragen Sie in diesem Fall unbedingt Ihren Arzt, ob Wechselwirkungen auftreten können.

Häufige Fragen

In welchen Darreichungsformen ist Cellulase erhältlich?

Zumeist kommt Cellulase in Kapselform in den Handel. Diese setzt sich so zusammen, dass sie an der gezielten Stelle im Magen oder Darm ihre Wirkung entfaltet. Nehmen Sie die Kapseln unzerkaut vor dem Essen zu sich.

Kann ich Cellulase überdosieren?

Aufgrund der geringfügigen Nebenwirkungen besteht auch bei der Einnahme von Cellulase in erhöhter Konzentration keine nennenswerte Gesundheitsgefahr.

Was verschlechtert die Aufnahme von Cellulase

Der gleichzeitige Verzehr von Säuren kann die Effizienz des Enzyms hemmen.