Glutathion & Glutathion-Mangel

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Glutathion gehört zur Gruppe der Antioxidantien und wird aus den drei Aminosäuren Glutamin, Glycin und Cystein gebildet. Daher wird dieses Tripeptid mitunter auch als "kleines Protein" oder "Mini-Protein" bezeichnet. In der Regel setzt sich ein Protein jedoch aus Ketten mit hundert, manchmal sogar tausenden Aminosäuren zusammen. Glutathion wird in beinahe allen Zellen des Körpers gebildet. Ebenso kann der Körper Cystein, Glycin und Glutamin selbst synthetisieren. Daher werden sie zur Gruppe der entbehrlichen Aminosäuren gezählt. Dennoch ist damit keine Entwarnung gegeben, denn es gibt Situationen, die einen Mangel der genannten Aminosäuren herbeiführen können. Die Folge ist oxidativer Stress. Viele Zivilisationskrankheiten werden mit oxidativem Stress in Verbindung gebracht, darunter Diabetes und Arteriosklerose. Daher ist die Aufnahme der genannten Aminosäuren wichtig für die Gesunderhaltung des Körpers.

Funktion im Körper

Bei Gesundheit kann der menschliche Körper Glutathion aus den Aminosäure-Bausteinen selbst herstellen. Das Mini-Protein ist in fast allen Zellen des Körpers anzutreffen, in besonders hoher Konzentration jedoch in der Leber. Hier unterstützt das Antioxidans die Entgiftungsprozesse der Leber. Als Antioxidans wirkt Glutathion gegen gefährliche freie Radikale und schützt so vor oxidativem Stress, der für viele Zivilisationskrankheiten verantwortlich gemacht wird. Oxidation ist aber auch für den natürlichen Alterungsprozess verantwortlich. Daneben reguliert Glutathion die Aktivität verschiedener Immunzellen, dazu zählen die weißen Blutkörperchen, sowie die T-Lymphozyten. Glutathion beeinflusst jedoch nicht nur das Immunsystem, sondern wirkt auch auf einige Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine und Leukotriene.

Glutathion-Mangel

Ein Mangel an Glutathion ist zwar selten, kann aber vorkommen, wenn der Körper zusätzlichen Belastungen, etwa durch Medikamente, Umweltgifte oder Infektionskrankheiten ausgesetzt ist oder wenn nicht ausreichend der benötigten Aminosäuren produziert bzw. mit der Nahrung ausgenommen werden.

Ursachen

Ursachen für eine verminderte Glutathion-Synthese sind demnach:

  • allgemeiner Stress
  • Mangelernährung, vor allem eiweißarme Diäten
  • Bulimie und Magersucht
  • Belastung durch Umweltgifte
  • Belastung durch Gifte wie Alkohol und Rauchen
  • dauerhafte Medikamenteneinnahme
  • Infektionskrankheiten

Außerdem wird mit zunehmendem Alter weniger Glutathion von den körpereigenen Zellen produziert. Auch sportliche Aktivität und andere Belastungen erhöhen den Glutathion-Bedarf, der dann womöglich durch die Eigensynthese nicht gedeckt werden kann.

Glutathion-Mangel Symptome 

Folgende Anzeichen können auf einen Glutathion-Mangel hindeuten:

  • allgemeine Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Leistungsabfall
  • Infektanfälligkeit

Oft geht ein Glutathion-Mangel mit anderen Krankheiten einher. Dabei sind Krankheiten wie Hepatitis, Epilepsie, Atemwegsinfekte oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen meist nicht die Folge, sondern die Ursache für den Mangel. 

Glutathion-Mangel behandeln und vorbeugen

Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil sind die besten Vorsorgemaßnahmen gegen einen Mangel. Sollte dennoch ein Mangel auftreten, ist vom Ausgleich über Tabletten eher abzuraten. Glutathion oxidiert in dieser Form meist, bevor es die Zelle erreicht. Außerdem registriert der Körper die zusätzliche externe Zufuhr und drosselt als Reaktion die Eigensynthese. Dies kann den Mangel noch verstärken. Sinnvoller sind Injektionen, die durch den Arzt verabreicht werden können.

Selbstbehandlung 

Bei einem schwerwiegenden Mangel ist von einer Selbstbehandlung abzusehen. Bei kurzfristigen Mangelerscheinungen oder um einen Mehrbedarf auszugleichen, können Sie jedoch selbst Maßnahmen ergreifen. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Gegebenenfalls können Sie mit Acetyl-Glutathion in Tablettenform supplementieren. In dieser Form kann das Glutathion die Zellmembran passieren, ohne im Darm aufgespalten zu werden. Um die eigene Glutathion-Produktion anzuregen, essen Sie viel frisches Obst und Gemüse. Diese Lebensmittel sind nämlich besonders reich an anderen Antioxidantien und kurbeln die Glutathionsynthese an. Auch Selen fördert die Eigenproduktion von Glutathion.

Überdosierung 

Bisher sind keine Nebenwirkungen durch die Einnahme von Glutathion bekannt. Die zusätzliche Gabe der einzelnen Aminosäure-Bestandteile kann mitunter jedoch zu Nebenwirkungen führen. Hohe Dosen Cystein können beispielsweise die Wirkungen von Insulin hemmen. Ebenso sollten Schwangere auf die Einnahme von Cystein verzichten. 

Täglicher Bedarf 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt keine spezifischen Zufuhrempfehlungen für Glutathion heraus. Generell empfiehlt sich eher die Gabe von Acetyl-Glutathion, da oral aufgenommenes Glutathion in der Regel bereits im Darm aufgespalten wird. Die Zufuhr von Cystein oder N-Acetylcystein in Dosen von 0,5 bis 1,5 g/Tag ist auch möglich, um die Eigenproduktion von Glutathion anzuregen.

Risikogruppen Glutathion-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Senioren

Da mit zunehmendem Alter die Glutathion-Synthese abnimmt, kann bei älteren Menschen ein Mangel auftreten.

Chronisch Erkrankte

Regelmäßige Medikamenteneinnahme sowie oxidativer Stress, der durch Krankheiten ausgelöst werden kann, schränken ebenfalls die Glutathion-Produktion des Körpers ein.

Sportler

Auch sportliche Aktivität sowie körperliche Anstrengung im Allgemeinen und Stress erhöhen den Glutathion-Bedarf. Eventuell ist der Mehrbedarf durch die Eigenproduktion des Körpers nicht zu decken. Daher müssen diese Personen im Bedarfsfall Supplemente einnehmen.

Sonstige

Menschen mit Mangelernährung, Diäten
Mangelernährung sowie Krankheiten wie Bulimie und Magersucht, aber auch Diäten können zu einer Unterversorgung wichtiger Nährstoffe beitragen, darunter auch Glutathion.

Glutathion findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Stress

Das Anheben des Glutathion-Spiegels kann bei allen Krankheiten mit oxidativem Stress helfen, darunter beispielsweise Diabetes, Arteriosklerose, degenerative Nervenkrankheiten wie Alzheimer und Demenz, sowie Fruchtbarkeitsstörungen des Mannes. Diese Annahmen beruhen jedoch nicht auf wissenschaftlichen Studien, sondern basieren auf den natürlichen Wirkmechanismen von Glutathion im Körper.

 
Anti-Aging

Als bekanntes Antioxidans wird Glutathion auch als Anti-Aging-Mittel gehandelt. Jedoch fehlen auch hier bisher die wissenschaftlichen Belege für diese Behauptung.

 

Häufige Fragen zu Glutathion und Glutathion-Mangel

Was verbessert die Aufnahme von Glutathion?

Der Körper kann das Protein Glutathion aus den Aminosäuren Cystein, Glutamin und Glycin selbst synthetisieren. Daher hilft die gezielte Aufnahme dieser Bausteine, den Glutathion-Spiegel im Körper anzuheben. Bei der zusätzlichen Gabe von Glutathion ist außerdem die Gabe von anderen Antioxidantien zum Ausgleich ratsam. Außerdem kurbelt Selen die Glutathion-Produktion an.

Was verschlechtert die Aufnahme von Glutathion? 

Medikamente sowie giftige Substanzen, darunter auch Alkohol, vermindern die körpereigene Produktion von Glutathion.

Glutathion-Darreichung (Kapseln, Ampullen, Injektionen) 

Glutathion wird bei oraler Gabe schlecht aufgenommen. Lediglich in der Form von Acetyl-Glutathion kann es gut in Tablettenform aufgenommen werden. Effektiver sind gezielte Injektionen, die durch den Arzt verabreicht werden können.

Glutathion-Peroxidase 

Glutathion-Peroxidasen sind Enzyme, die im Zusammenspiel mit Glutathion gegen oxidativen Stress wirken und die Zellen schützen. Glutathion wird als sogenanntes Reduktionsmittel benötigt, um Gifte wie Wasserstoffperoxid zu Wasser zu "reduzieren". Dadurch werden Toxine unschädlich gemacht und können ausgeschieden werden.

Quellen

Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage)
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/glutathionperoxidase-ia.html
http://vitamine-ratgeber.com/aminosaeuren/glutathion/
https://de.wikipedia.org/wiki/Glutathion