Chlorid & Chlorid-Mangel

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Der Stoff Chlorid zählt zu den Mineralstoffen. Natürlicherweise kommt Chlorid nur als Verbindung mit anderen Stoffen vor. Am bekanntesten ist wohl die Verbindung Natriumchlorid, also Kochsalz. Der Mensch deckt seinen Chloridbedarf großteils durch das in der Nahrung enthaltene Kochsalz. Im Körper ist Natriumchlorid vor allem für den Flüssigkeitshaushalt verantwortlich. Darüber hinaus wird Chlorid zur Regulation des Säure-Basen-Haushalts benötigt. Außerdem ist Chlorid wichtig für die Nervengesundheit sowie für das Bindegewebe und die Muskeln. Aufgrund von industriell produzierten Lebensmitteln und durch individuelles Nachsalzen von Speisen nehmen die meisten Menschen mehr Chlorid auf, als sie benötigen. Ein Chlorid-Mangel ist entsprechend selten. Allerdings können Verdauungsbeschwerden wie Erbrechen und Durchfall einen Chlorid-Mangel begünstigen. Bei starker körperlicher Belastung, wie etwa sportlicher Aktivität, kommt es zu vermehrter Transpiration. Durch Schwitzen verliert der Körper Elektrolyte und dementsprechend auch Chlorid. Mit der Nahrung oder durch elektrolythaltige Getränke muss der Verlust wieder ausgeglichen werden, um unangenehmen Mangelsymptomen vorzubeugen.

Funktion im Körper

Im Zusammenspiel mit Kalium und Natrium ist Chlorid an der Flüssigkeitsverteilung im Körper beteiligt. Außerdem beeinflusst Chlorid die Signalsteuerung der Nervenzellen. Chlorid ist darüber hinaus ein Baustein zur Bildung der Magensäure. Weitere Prozesse, an denen Chloride vor allem als Regulativ beteiligt sind:

  • Säure-Basen-Gleichgewicht
  • Muskelfunktion
  • Gewebespannung
  • osmotischer Druck
  • Weiterleitung von Nervenreizen

Chlorid-Mangel

Ein Chlorid-Mangel (Hypochloridämie) ist selten zu beobachten. Unter bestimmten Umständen kann es jedoch vorkommen, dass der Körper so viel Elektrolyte verliert, dass von einem Mangel gesprochen werden kann. 

Ursachen

Größere Flüssigkeitsverluste, etwa durch Erbrechen, Durchfall oder starkes Schwitzen, können zu einem Chlorid-Mangel führen. Starke Verbrennungen können ebenfalls einen Chlorid-Mangel verursachen. Außerdem ist bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen die Nährstoffaufnahme gestört. Obwohl genügend Chlorid mit der Nahrung zugeführt wird, kann der Körper den Nährstoff womöglich nicht richtig resorbieren. Harntreibende Medikamente und Nierenerkrankungen können ebenfalls zu einem Chlorid-Mangel beitragen.

Chloridmangel Symptome 

Ein Chlorid-Mangel tritt häufig gemeinsam mit einem Natrium-Mangel auf. Die Anzeichen eines Chlorid-Mangels ähneln grundsätzlich auch denen eines Natrium-Mangels:

  • Kopfschmerzen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Muskelkrämpfe
  • Erbrechen
  • vermehrter Durst
  • Herz-Rhythmus-Störungen

Chloridmangel behandeln und vorbeugen

Die Behandlung eines Chlorid-Mangels hängt von seiner Ursache ab. Eine etwaige Grunderkrankung sollte daher stets behandelt werden. Therapiebegleitend kann die Chloridzufuhr mit der Nahrung erhöht werden oder der Arzt verordnet Nahrungsergänzungsmittel. Diese Maßnahmen sind auch dann vonnöten, wenn die Ursache nicht behoben werden kann, wie beispielsweise bei chronischen Nieren- oder Magen-Darm-Leiden.

Selbstbehandlung 

Vor allem nach vermehrter körperlicher Aktivität müssen dem Körper die durch Schwitzen verlorenen gegangenen Elektrolyte wieder zugeführt werden. Sportler trinken daher spezielle Drinks, in denen Elektrolyte gelöst wurden. Auch Saftschorlen bieten sich an, um den Durst zu löschen und die Elektrolytspeicher wieder zu füllen. Kommt es jedoch zu einem schwerwiegenden Mangel, vor allem als Folge einer Vorerkrankung, sollte ein Arzt zurate gezogen werden. Er wird Sie über mögliche Therapiemaßnahmen informieren und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel verordnen.

Überdosierung 

Ein Chlorid-Überschuss (Hyperchloridämie) wird vor allem in den Industrieländern häufiger beobachtet. Industriell verarbeitete Nahrung enthält meist viel Salz. So kommt es, dass viele Menschen mehr Chlorid mit der Nahrung zuführen, als sie brauchen. Chlorid kann auch durch die unsachgemäße Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln überdosiert werden. Außerdem können bestimmte Krankheiten der Nieren, Nebennieren und des Magen-Darm-Trakts einen Überschuss herbeiführen. Die Folge kann Bluthochdruck sein bzw. werden die Beschwerden bei bestehendem Bluthochdruck durch einen Chlorid-Überschuss noch verstärkt.

Täglicher Bedarf 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt folgende tägliche Zufuhrempfehlungen für Chlorid an:

Säuglinge

0 bis 4 Monate: 200mg
4 bis 12 Monate: 270mg

Kinder

1 bis 4 Jahre: 450mg
4 bis 7 Jahre: 620mg
7 bis 10 Jahre: 690mg
10 bis 13 Jahre: 770mg
13 bis 15 Jahre: 830mg

Jugendliche und Erwachsene

ab 16 Jahren: 830m

Risikogruppen Chlorid-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Senioren

Ältere Menschen essen und trinken oft nicht genug. Daher kann es zu einer Mangelernährung und entsprechend auch zum Chlorid-Mangel kommen.

Chronisch Erkrankte

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie verschlechtern die Nährstoffresorption aus der Nahrung. Dadurch kann es auch zum Chlorid-Mangel kommen. Erkrankungen der Nieren und Nebennieren führen zu einer gestörten Ausscheidung von Chlorid. Je nach Krankheitsverlauf kann dadurch sowohl ein Mangel, als auch ein Überschuss des Nährstoffs entstehen. Wer regelmäßig entwässernde Medikamente einnehmen muss, sollte regelmäßig gleichfalls seine Chloridversorgung überprüfen lassen.

Sportler

Vermehrte körperliche Aktivität verursacht einen gesteigerten Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen. Dabei verliert der Körper jedoch nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Elektrolyte wie Chlorid. Dieser Verlust muss beispielsweise durch elektrolythaltige Getränke oder Saftschorlen wieder ausgeglichen werden, damit es nicht zum Mangel kommt.

Sonstige

Betroffene von Infekten mit Magen-Darm-Beschwerden
Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall, wie sie häufig bei Infekten vorkommen, können zu einer vermehrten Ausscheidung von Chlorid führen und dadurch einen Mangel begünstigen.

Chlorid findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Regeneration

Bei vermehrter körperlicher Aktivität beginnt der Körper zu schwitzen, um nicht zu überhitzen. Dadurch verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte. Sport-Drinks mit Chlorid und anderen Elektrolyten wirken einem Leistungsabfall entgegen und füllen die Elektrolytspeicher wieder auf. Obendrein löschen sie den Durst. Alternativ können auch Saftschorlen zum Training getrunken werden.

 

Häufige Fragen und wissenswertes

Was verbessert die Aufnahme von Chlorid?

Da Chlorid auch im Körper nie rein, sondern stets als Verbindung mit anderen Stoffen auftritt, hängt die Chlorid-Versorgung eng mit den Mineralstoffen Kalium und Natrium zusammen. Neben Speisesalz eignen sich vor allem Mineralwasser, elektrolythaltige Sport-Drinks, sowie Saftschorlen zur Versorgung mit Chlorid, Kalium und Natrium. 

Was verschlechtert die Aufnahme von Chlorid? 

Neben einigen chronischen Krankheiten der Nieren, Nebennieren und des Magen-Darm-Trakts verschlechtern auch entwässernde Medikamente die Chloridaufnahme. Außerdem verliert der Körper durch vermehrtes Schwitzen und bei Verbrennungen Chlorid.

Quellen

- https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/natrium-chlorid-kalium/
- http://www.chemie.de/lexikon/Chloride.html
- http://www.eesom.com/ernaehrung-stoffwechsel/ernaehrung/nahrungsbestandteile/elektrolyte/chlorid/
- http://www.onmeda.de/naehrstoffe/chlorid-chloridmangel-3442-3.html