Natrium und Natrium-Mangel

Natrium ist ein wichtiges Elektrolyt. Zusammen mit Chlorid bildet es den Stoff Natriumchlorid, der allgemein als Koch- bzw. Speisesalz bekannt ist. In der Antike galt Salz als wichtiger Rohstoff und wurde sogar als Währung verwendet. Der Begriff "Weißes Gold" war seit dem Mittelalter für Salz gebräuchlich. Der hohe Stellenwert von Salz zeigte sich auch an anderer Stelle: Das lateinische Wort "salarium" war gleichbedeutend mit "Salzration" und "Legionärsgehalt". Heutzutage ist Salz im Überfluss vorhanden. Daher wird meist vor einem Zuviel gewarnt. Dennoch treten vereinzelt Natrium-Mangelerscheinungen auf, die bereits im frühen Stadium schwerwiegende Folgen haben können. Vor allem ältere Menschen sind gefährdet. Ein Natrium-Mangel erhöht das Sturzrisiko und mindert die geistige Leistungsfähigkeit, da Natrium im Körper Muskel- und Nervenfunktionen beeinflusst und den Wasserhaushalt reguliert. 

Funktion im Körper

Im Körper erfüllt Natrium eine Reihe von wichtigen Funktionen und greift vor allem als Regulativ in Prozesse ein. Es ist wichtig für folgende Funktionen:

  • Weiterleitung von Nervenreizen 
  • Beeinflussung der Muskelfunktion
  • notwendig für den Nährstofftransport und die Nährstoffaufnahme (vor allem für die Glukose-Resorption)
  • wichtige Rolle bei der Volumenregulation (Osmoregulation) zusammen mit Kalium
  • Natrium bindet Wasser und wirkt sich auf den Wasserhaushalt aus
  • steuert den osmotischen Druck im Körper
  • greift regulierend in den Säure-Basen-Haushalt ein

Natriummangel

Natrium wird größtenteils mit der Nahrung und dem darin enthaltenen Speisesalz aufgenommen. Daher ist eine gute Natrium-Versorgung in der Regel gesichert. In Extremsituationen kann es dennoch zum Mangel kommen.

Natriummagel Ursachen

Folgende Situationen können zu einem Natrium-Mangel führen:

  • verschiedene Durchfallerkrankungen und Infekte
  • Erkrankungen von Leber und Nieren
  • Krebs
  • Stoffwechselerkrankungen wie Porphyrie und Hypoaldosteronismus
  • Verbrennungen und Verletzungen
  • Fisteln im Magen-Darm-Bereich
  • Addison-Syndrom
  • Diabetes mellitus
  • Quecksilbervergiftung
  • starkes Schwitzen ohne Elektrolytausgleich
  • einige Medikamente (Diuretika, Antidiabetika, Zytostatika, Sedativa, trizyklische Antidepressiva)

Natriummangel Symptome

Folgende Beschwerden können Anzeichen eines Natrium-Mangels sein:

  • niedriger Blutdruck
  • Verwirrtheit
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Orientierungsschwierigkeiten
  • Schwindel
  • Muskelkrämpfe
  • Appetitlosigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden

Natriummangel behandeln und vorbeugen

Ein moderater Salzkonsum ist die beste Vorsorgemaßnahme gegen einen Natrium-Mangel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt zur Natriumversorgung eine tägliche Kochsalzzufuhr von fünf bis sechs Gramm. Meist liegt der tatsächliche Salzkonsum durch den Verzehr von verarbeiteten Lebensmitteln bei über zehn Gramm. Vor allem ältere Menschen sollten regelmäßig Ihren Natrium-Status durch eine Blutuntersuchung prüfen lassen. Wird tatsächlich ein Mangel diagnostiziert, helfen Kochsalztabletten wenig. Sie heben den relativen Natrium-Gehalt nicht an. Um gegen das Ungleichgewicht im Wasserhaushalt anzugehen, müssen Natrium und Wasser ergänzt werden.

Selbstbehandlung 

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit moderatem Kochsalzkonsum. Von einer selbstständigen Mehrzufuhr von Kochsalz ist abzuraten, da hohe Dosen Natriumchlorids den Blutdruck heben und womöglich das Osteoporose-Risiko steigern. Bei Verdacht auf einen Natrium-Mangel suchen Sie einen Arzt auf, um die eventuelle Dosis zu besprechen.

Überdosierung

Hohe Dosen Kochsalz bergen genau wie ein Mangel an Natrium verschiedene Gesundheitsrisiken. Daher gilt, die Dosis macht das Gift. Nehmen Sie täglich nicht mehr als zehn Gramm Kochsalz zu sich, um mögliche Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose zu vermeiden.

Täglicher Bedarf

Säuglinge

0 bis 4 Monate: 100mg
4 bis 12 Monate: 180mg

Kinder

1 bis 4 Jahre: 300mg
4 bis 7 Jahre: 410mg
7 bis 10 Jahre: 460mg
10 bis 13 Jahre: 510mg
13 bis 15 Jahre: 550mg

Erwachsene

Erwachsene: 550m

Passende Produkte

Tabletten Natrium sulfuricum D 12 Tabletten
Ampullen Natrium Injeel Ampullen

Risikogruppen Natrium-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Senioren

Ältere Menschen essen und trinken oft nicht genug. Bei ihnen wird ein Natrium-Mangel mitunter nicht sofort erkannt, da die Symptome denen von neuro-degenerativen Krankheiten wie Demenz ähneln können. Regelmäßige Blutuntersuchungen werden daher ab dem 70. Lebensjahr empfohlen.

Chronisch Erkrankte

Eine Reihe von Krankheiten sowie einige Medikamente können zu einem Natrium-Mangel beitragen. Betroffen sind Diabetiker, Menschen mit chronischen Magen-Darm- und Stoffwechselerkrankungen sowie Krebs-Kranke. Darüber hinaus wirken sich Nieren- und Leber-Erkrankungen im Speziellen negativ auf den Natrium-Haushalt aus. Wer regelmäßig entwässernde Medikamente und Präparate zur Behandlung von Depressionen oder Schlafstörungen einnehmen muss, sollte gleichfalls regelmäßig seinen Natrium-Status überprüfen lassen.

Sportler

Vermehrtes Schwitzen führt zu einem Wasser-, aber auch zum Elektrolytverlust. Sportler müssen daher sowohl den Flüssigkeits-, aber auch den Elektrolytverlust ausgleichen. Spezielle Sport-Drinks, Saft-Schorlen und ähnliche Getränke sind die perfekten Durstlöscher. Wer nur reines Wasser zu sich nimmt, läuft Gefahr, einen Natrium-Mangel zu bekommen.

Natrium findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Blasenentzündung

Erste Studien deuten darauf hin, dass eine Behandlung mit Natrium-Chondroitinsulfat sinnvoll bei einer überaktiven Blase sowie bei einer Blasenentzündung ist. Weitere Studien sind jedoch nötig.

 

Lebensmittel die Natrium enthalten:

LebensmittelMenge/Einheit pro 100g
Salzstangen1790.00 mg
Laugenbrezel1750.00 mg
Senf1307.00 mg
Erdnussflocken770.00 mg
Cornflakes700.00 mg
Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen590.00 mg
Weißbrot540.00 mg
Mehrkornbrot523.00 mg
Roggenbrot523.00 mg
Knäckebrot463.00 mg
Grahambrot430.00 mg
Baguette418.00 mg
Tintenfisch387.00 mg
Pumpernickel370.00 mg
Sauerkraut355.00 mg
Croissant300.00 mg
Miesmuschel290.00 mg
Austern289.00 mg
Hummer270.00 mg
Zwieback265.00 mg
Krebs253.00 mg
Pizzateig191.00 mg
Languste182.00 mg
Garnele146.00 mg
Hagebutten124.00 mg
Hering117.00 mg
Steinbutt114.00 mg
Kumquat111.00 mg
Backobst110.00 mg
Scholle104.00 mg
Seehecht101.00 mg
Sardine100.00 mg
Seezunge100.00 mg
Makrele95.00 mg
Flunder92.00 mg

Häufige Fragen und wissenswertes

Was verbessert die Aufnahme von Natrium? 

Traubenzucker (Glukose) verbessert die Natriumaufnahme, da beide Substanzen gekoppelt in die Epithelzellen des Darms gelangen. In Trinklösungen findet man außerdem häufig Chlorid und Kaliumchlorid, da diese Stoffe eng mit dem Natrium-Haushalt zusammenhängen. Um eine Übersäuerung zu vermeiden, wird Natrium oft in der gepufferten Form Natriumhydrogencarbonat (Natron oder Speisesoda) verabreicht. 

Was verschlechtert die Aufnahme von Natrium? 

Hohe Flüssigkeitsverluste, etwa durch Schwitzen, wirken sich negativ auf den Natrium-Status aus. Darüber hinaus beeinflussen einige Medikamente (Diuretika, Antidiabetika, Zytostatika, Sedativa, trizyklische Antidepressiva) den Natrium-Haushalt auf negative Weise.

Unterschiedliche Natrium-Verbindungen

Natriumhydrogencarbonat 

Natriumhydrogencarbonat ist ein Natriumsalz der Kohlensäure. Im Handel erhältlich als Natron, Backnatron oder Speisesoda.

Natriumchlorid 

Natriumchlorid ist das Natriumsalz der Salzsäure. Im Volksmund bekannt als Meersalz oder Steinsalz. Es wird zum Salzen von Speisen verwendet.

Natriumcarbonat 

Natriumcarbonat ist ein Salz der Kohlensäure und unter dem Trivialnamen "Waschsoda" bekannt. In der Lebensmittelindustrie wird der Stoff mit dem Kürzel E 500 gekennzeichnet.

Natriumhydroxid 

Natriumhydroxid ist ein fester Stoff, der unter großer Hitzeentwicklung mit Wasser zu einer Lauge reagiert, auch bekannt als Ätznatron.

Natriumacetat 

Natriumacetat ist das Natriumsalz der Essigsäure, riecht schwach nach Essig. In der Lebensmittelindustrie wird es als Säureregulator und Konservierungsstoff unter dem Kürzel E 262a verwendet.

Natriumsulfat 

Natriumsulfat ist ein Natriumsalz der Schwefelsäure, wird auch Glaubersalz genannt. Natriumsulfat wird als Festigungsmittel, Säureregulator und Trägersubstanz in der Lebensmittelindustrie unter dem Kürzel E 514 verwendet.

Natrium und Wasser 

Natrium spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulation des menschlichen Flüssigkeitshaushalts. Kommt es zu Verletzungen, Verbrennungen oder übermäßigem Schwitzen verliert der Mensch nicht nur Wasser bzw. Flüssigkeit, sondern auch Natrium. Einige Mineralwasser enthalten eine höhere Menge Natrium - ab einem Gehalt von mindestens 200mg/l gilt ein Wasser als natriumhaltig.

Natrium & Kalium 

Der Natriumtransport hängt eng mit dem Kaliumtransport zusammen. Bestimmte Konzentrationsunterschiede beider Kationen über die Zellmembran sind wichtig für die Funktionsfähigkeit der Zelle und die Kommunikation zwischen den Zellen.

Quellen

- Burgerstein, U., Schurgast, H, Zimmermann, M: Handbuch Nährstoffe - Vorbeugen und heilen durch ausgewogene Ernährung (2012), Trias Verlag (12. Auflage) 
- http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Verwirrtheit-durch-Natriummangel,natriummangel100.html
- http://www.netdoktor.at/laborwerte/natrium-8439
- http://www.vitalstoffe-lexikon.de/vitalstofflexikon/mineralstoffe-natrium.html
- https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-2006-933378
- http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMe1407695
- https://www.apotheker.or.at/Internet/OEAK/NewsPresse_1_0_0a.nsf/agentEmergency!OpenAgent&p=CA7EAAE245D8ED0BC1257065003723F6&fsn=fsStartHomeFachinfo&iif=0