Artischocke

Artischocken sind Kulturpflanzen, die zur Familie der Korbblütler zählen. Ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammend, ist die Artischocke heute nahezu weltweit verbreitet, sowohl in den USA als auch in Italien und Ägypten. Viele kennen die Artischocke als Belag auf einer Pizza, doch die distelartige Pflanze hat noch viel mehr zu bieten, weshalb sie im Jahr 2003 vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde zur Arzneipflanze des Jahres gekürt worden ist.

Inhaltsangabe
  1. Gesundheitspotential
  2. andere Anwendungsgebiete - Verwendung in der Kosmetik
  3. Lagerung
  4. Verwendung in der Küche
  5. Verschiedene Formen
  6. Medizinische Studien und Erkenntnisse

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Artischocke

VitalstoffMenge je 100g
Natrium47.00 mg
Kalium350.00 mg
Calcium53.00 mg
Phosphor130.00 mg
Magnesium26.00 mg
Eisen1.50 mg
Vitamin A (Ă„quivalent)17.00 mcg
Vitamin E0.20 mg
Vitamin B10.14 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.01 mg
Vitamin B3 (Niacin)0.90 mg
Vitamin B60.10 mg
Vitamin C8.00 mg

Vom Blütenkopf bis zur Wurzel - Alles dient der Herstellung von Arzneien

Während zum Verzehr hauptsächlich der untere fleischige Teil der Blätter genutzt wird, kann im Bereich der Medizin deutlich mehr des Blütengemüses verwendet werden. Blütenköpfe, Blätter, Pflanzensaft und Wurzel können sich zu hilfreichen Arzneien verarbeiten lassen.

Für eine bessere Verdauung

Die Hauptanwendungsbereiche der Artischocke sind Verdauungsbeschwerden sowie Probleme mit der Galle. Durch die in den Blütenblättern enthaltenen Bitterstoffe wird der Gallenfluss angeregt und die Leber produziert mehr Gallensäure. Das wiederum ist eine Therapiemöglichkeit bei typischen Symptomen einer Verdauungsstörung wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen.

Zur Senkung des Cholesterinspiegels und der Blutfette

Die in der Artischocke enthaltenen Flavonoide wirken sich auf das Cholesterin gleich auf zwei Wegen aus. Zum einen wird das LDL-Cholesterin (das sogenannte "böse" oder "schlechte" Cholesterin, weil es Ablagerungen an den Arterienwänden verursachen kann) gesenkt, zum anderen das HDL-Cholesterin erhöht. Letzteres dient als Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zur Senkung der Blutfette.

Erweiterung der Gefäße

Durch das Artischockenextrakt wird die Produktion eines Enzyms angeregt, das Stickstoffmonoxid enthält. Dieses Stickstoffmonoxid erweitert die Gefäße und schützt diese vor Pfropfbildung. Verantwortlich für diese Wirkung der Artischocke sind vor allem zwei Flavonoide, namentlich Luteolin und Cynarosid.

Schutz der Leber

Die in der Artischocke enthaltenen Bitterstoffe - vor allem Kaffeoylchinasäurederivate - fördern die Entgiftung und bieten somit der Leber einen zusätzlichen Schutz vor den sogenannten Freien Radikalen (aggressive Sauerstoffverbindungen). Des Weiteren fördern die Inhaltsstoffe der Artischocke das Zellwachstum und die Durchblutung der Leber und haben somit nicht nur einen schützenden, sondern auch einen regenerierenden Effekt.

Reich an Ballaststoffen

Pro 100 Gramm verfügt die Artischocke über 11 Gramm Ballaststoffe - laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten pro Tag mindestens 30 Gramm Ballaststoffe über die Nahrung aufgenommen werden. Das ist also eine ordentliche Menge in einer verhältnismäßig kleinen Portion, die dazu führt, dass die Verdauung in Schwung gebracht wird, Heißhungerattacken vermieden und Sie lange und nachhaltig gesättigt bleiben. Dementsprechend ist die Artischocke eine gute Unterstützung bei einer Diät.

Anwendung in der Kosmetik

Während die Artischocke vorwiegend als Delikatesse verzehrt oder als Heilpflanze eingesetzt wird, hat sie ebenso eine positive Wirkung in der Kosmetik. Der Extrakt der Artischocke fördert den Abtransport von Schlackenstoffen und regt die körpereigene Basenproduktion an. Ebenso wird die antioxidative Wirkung des Extrakts wertgeschätzt und in Anti-Aging-Produkten verwendet.

Artischocken richtig lagern

Die Artischocke sollte möglichst frisch verarbeitet werden, kann jedoch kurzzeitig gelagert werden. Dazu wird der Artischockenkopf am Besten in ein feuchtes Tuch eingeschlagen und dann vorzugsweise im Gemüsefach des Kühlschranks für wenige Tage gelagert. Wichtig ist aber, dass der Stiel dranbleibt, da dieser die Artischocke mit Wasser versorgt. Eine weitere Möglichkeit ist das Einschneiden des Stiels und das Stellen in ein Wasserglas. Wenn Sie Artischocken außerhalb der Saison nutzen möchten, kann das Gemüse im gegarten Zustand sechs bis neun Monate eingefroren werden.

Verwendung in der Küche

Nur der Blütenboden der Artischocke und das Fleisch des unteren Endes der Blätter ist zum Verzehr geeignet. Frische Artischocken erkennt man daran, dass sie fest und prall sind und die Blätter eng anliegen. Bräunliche oder gar gräuliche Artischocken sind nicht mehr frisch und schmecken dementsprechend weniger gut. Der Geschmack der Artischocke ist nicht mit anderen Gemüsesorten zu vergleichen: Eine Mischung aus süß und zartbitter, manchmal etwas nussig. Verzehrt wird diese Delikatesse traditionell in Salzwasser mit Zitronensaft gekocht und einem Dip je nach eigenem Geschmack. Des Weiteren eignet sich das Gemüse als Pizzabelag, im Salat und in Reisgerichten.

Verschiedene Formen

In der Regel wird die Artischocke frisch gekauft und gekocht, seltener gebraten. Roh kann sie jedoch auch verzehrt werden, vor allem dann, wenn es sich um junge Artischocken handelt. Getrocknete Artischocken findet man häufig in Biogeschäften, diese eignen sich zur Herstellung eines Artischocken-Tees. In Saftform sind Artischocken hingegen weniger wegen des guten Geschmacks, sondern wegen der verdauungsfördernden Wirkung in Apotheken zu finden.

Medizinische Studien und Erkenntnisse

Artischockenextrakt hilfreich bei erhöhtem Blutzucker
Eine Studie der University of Pavia in Italien mit 55 Probanden hat gezeigt, dass sich Artischockenextrakt positiv auf die Senkung des Blutzuckerspiegels auswirkt. Die Probanden wiesen alle eine gestörte Nüchternglukose auf, die als Frühanzeichen von Diabetes II bekannt ist. Acht Wochen lang hat eine Gruppe täglich 600 mg Artischockenextrakt zu sich genommen, die andere Gruppe Placebos. Während bei der Placebo-Gruppe keine nennenswerten Veränderungen nach Ablauf der Testphase verzeichnet werden konnten, ist bei der Extrakt-Gruppe der Nüchternblutzucker um 9,6 Prozent gesunken, der HOMA-Index sogar um 11,7 Prozent. Zur Studie.