Phosphor & Phosphor-Mangel

Phosphor ist ein wichtiger Mineralstoff für den Körper. Der tägliche Bedarf ist leicht mit der Nahrung zu decken, da Phosphor in zahlreichen Lebensmitteln vorkommt. Neben eiweißhaltigen Produkten wie Milch, Nüssen oder Hülsenfrüchten, bieten sich Obst und Gemüse zur Phosphorversorgung an. Sofern keine Grunderkrankung vorliegt, ist ein Mangel äußerst selten. Im menschlichen Körper erfüllt Phosphor in der Form von Phosphat eine Reihe von Funktionen. Vor allem für die Knochenfestigkeit und Zahngesundheit ist Phosphor von besonderer Wichtigkeit. Die Wirkung des Mineralstoffs hängt eng mit der Calcium- und Vitamin-D-Versorgung zusammen. Hohe Calciummengen hemmen die Phosphataufnahme. Bei einem Vitamin-D-Mangel sinkt auch der Phosphatspiegel im Blut. Die Folge kann Knochenerweichung sein. Phosphor beeinflusst außerdem die Wirkung von einigen Hormonen, den pH-Wert des Blutes und die DNA-Synthese. Ein ernährungsbedingter Mangel ist äußerst selten. Vor allem Nierenerkrankungen und bestimmte weitere Krankheiten können jedoch das Risiko für einen Phosphor-Mangel erhöhen. Vor allem während der Wachstumsphasen kann ein Phosphor-Mangel schwerwiegende Folgen haben, wie etwa Rachitis.

Funktion im Körper

Im Körper dient Phosphor in erster Linie als Baustoff für Knochen und Zähne. Im Zusammenspiel mit Calcium wird Phosphor in Form von Hydroxylapatit (Ca5(PO4)3OH ) in Knochen und Zähne eingebaut. Der Mineralstoff sorgt für die kräftige Zähne und stabile Knochen. Weitere Funktionen von Phosphor im Körper sind:

  • Bestandteil der DNA- und RNA-Moleküle, der Trägersubstanz für die Erbinformation
  • Energieversorgung in Form von Adenosintriphosphat (ATP) 
  • Baustein der Zellmembranen
  • Regulation des pH-Werts des Bluts
  • Regulation der Wirkung von Hormonen

Phosphor-Mangel

Da Phosphor in nahezu allen Lebensmitteln enthalten ist, wird ein ernährungsbedingter Phosphor-Mangel selten beobachtet. In der Regel liegt bei einem Mangel eine andere Grunderkrankung oder ein anderer Nährstoffmangel vor, der zu einem Phosphor-Mangel geführt hat.

Ursachen 

Ein Phosphor-Mangel wird eigentlich nur im Zusammenhang mit anderen Krankheiten beobachtet, dazu zählen:

  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Zöliakie
  • Nierenerkrankungen
  • Nebenschilddrüsenüberfunktion

Weitere Ursachen für einen Phosphor-Mangel können ein Vitamin-D-Mangel, Alkoholabhängigkeit, bestimmte Diäten sowie die andauernde Einnahme von säurebindenden Medikamenten (Antazida) sein.

Phosphor-Mangel Symptome

Ein Phosphor-Mangel kann über längere Zeit unbemerkt bleiben, da der Körper den Mangel mit der Herauslösung von Phosphor aus den Knochen zu kompensieren versucht. Folgende Symptome können auf einen Phosphor-Mangel hinweisen:

  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Knochenerweichung bzw. Rachitis bei Kindern
  • Knochenschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Infektanfälligkeit
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen
  • Herzrhythmusstörungen

Phosphormangel behandeln und vorbeugen

Leichten Mangelerscheinungen können Sie mit einer ausgewogenen Ernährung entgegenwirken bzw. vorbeugen. Ein ausgeprägter Mangel muss jedoch durch den Arzt behandelt werden. Mitunter ist die intravenöse Zufuhr von Phosphat nötig, um den Mangel auszugleichen.

Selbstbehandlung 

Eine abwechslungsreiche Ernährung bildet die beste Vorsorgemaßnahme gegen einen Phosphor-Mangel. Auch leichte Mangelerscheinungen lassen sich in der Regel mit einer gezielt ausgewogenen Ernährungsweise beheben. Sollten Sie unter chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Nierenerkrankungen oder einem Vitamin-D-Mangel leiden, sollten Sie unter anderem Ihre Phosphatversorgung prüfen lassen. Gegebenenfalls wird Ihnen der Arzt Nahrungsergänzungsmittel verschreiben, um einen Mangel auszugleichen.

Überdosierung 

Durch die Ernährung lassen sich im Normalfall keine bedenklich hohen Phosphatwerte erreichen. Ein Überschuss wird meist über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Bei einer chronischen Niereninsuffizienz ist dieser Prozess jedoch gestört und es kann zu hohen Phosphat-Blutwerten kommen. Sind die Werte dauerhaft erhöht, kann dies Gefäßverkalkungen zur Folge haben. Außerdem hemmen hohe Phosphat-Blutwerte die Calcitriol-Bildung und begünstigen so einen Vitamin-D-Mangel. Aufgrund des gestörten Ausscheidungsprozesses wird mitunter auch eine Nebenschilddrüsenüberfunktion beobachtet. 

Täglicher Bedarf 

Säuglinge

0 bis 4 Monate: 120mg
4 bis 12 Monate: 300mg

Kinder

1 bis 4 Jahre: 500mg
4 bis 7 Jahre: 600mg
7 bis 10 Jahre: 800mg
10 bis 13 Jahre: 1250mg
13 bis 15 Jahre: 1250mg

Erwachsene

15 bis 19 Jahre: 1250mg
19 bis 25 Jahre: 700mg
25 bis 51 Jahre: 700mg
51 bis 65 Jahre: 700mg
über 65 Jahre: 700mg

Schwangere

Schwangere (Erwachsene): 800mg
Schwangere < 19 Jahre: 1250mg 

Stillende

ab der Geburt: 900mg
Stillende < 19 Jahre: 1250mg 

Risikogruppen Phosphor-Mangel

RisikogruppeBeschreibung
Chronisch Erkrankte

Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
Durch die anhaltenden Entzündungsprozesse im Darm ist die Nährstoffaufnahme von Personen mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie, etc. gestört. Verschiedene Mangelerscheinungen, darunter auch ein Phosphor-Mangel, sind daher möglich. 

Sonstige

Personen mit Stoffwechselkrankheiten
Erkrankte mit Nierenfunktionsstörungen und Nebenschilddrüsenüberfunktion zeigen Probleme beim Ausscheidungsprozess von Phosphor. Sowohl ein Mangel, als auch die Überdosierung von Phosphat im Körper ist daher möglich. 

Menschen mit Verdauungsbeschwerden
Wer unter Durchfall oder Fettstuhl leidet, hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen wie Phosphor.

Fehlernährung
Einseitige Ernährung sowie Reduktionsdiäten oder Alkoholsucht können zu Nährstoffmängeln beitragen. 

Betroffene eines Vitamin-D-Mangels
Ein Vitamin-D-Mangel geht häufig auch mit einem Phosphor-Mangel einher, da beide Nährstoffe an ähnlichen Stoffwechselprozessen beteiligt sind und eng zusammenarbeiten.

Phosphor findet Anwendung bei

AnwendungsgebietBeschreibung
Knochenbildungsstörungen

Aufgrund seiner Funktion für die Stabilität von Knochen und Zähnen wird Phosphor therapeutisch bei Knochenbildungsstörungen eingesetzt, beispielsweise bei der seltenen Krankheit Polycythämie. Hierbei wird Phosphor in radioaktiver Form (Radiophosphortherapie) vor allem bei älteren Personen als Ausweichtherapie eingesetzt. Das Leukämierisiko ist dadurch jedoch erhöht. Die gleiche Therapieform wird unter anderem bei der Blutbildungskrankheit essentielle Thrombozythämie angewendet.

 

Lebensmittel die Phosphor enthalten:

LebensmittelMenge/Einheit pro 100g
Chiasamen860.00 mg
Mohnsamen854.00 mg
Kürbiskerne830.00 mg
Paranüsse674.00 mg
Leinsamen662.00 mg
Sonnenblumenkerne618.00 mg
Sesamsamen607.00 mg
Pinienkerne605.00 mg
Pistazienkerne500.00 mg
Mandeln454.00 mg
Erdnussmus410.00 mg
Walnusskerne410.00 mg
Cashewkerne375.00 mg
Haselnusskerne330.00 mg
Knäckebrot301.00 mg
Seelachs300.00 mg
Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen298.00 mg
Haselnussmus295.00 mg
Pekannüsse290.00 mg
Maräne290.00 mg
Mehrkornbrot270.00 mg
Lachs266.00 mg
Sardine258.00 mg
Hagebutten258.00 mg
Miesmuschel250.00 mg
Hering250.00 mg
Grahambrot244.00 mg
Forelle242.00 mg
Makrele238.00 mg
Hummer234.00 mg
Truthahn226.00 mg
Krebs224.00 mg
Garnele224.00 mg
Aal223.00 mg
Karpfen216.00 mg

Häufige Fragen und wissenswertes

Was verbessert die Aufnahme von Phosphor?

Eine gute Versorgung mit dem sogenannten Sonnenvitamin, Vitamin D, fördert die Phosphataufnahme.

Was verschlechtert die Aufnahme von Phosphor? 

Hohe Calciummengen hemmen die Phosphataufnahme und umgekehrt, hohe Phosphatmengen hemmen den Calciumeinbau in Knochen und Zähne. Idealerweise liegt das Verhältnis Calcium:Phosphat bei 2:1. Auch die Mineralstoffe Zink und Eisen hemmen die Phosphatresorption. Säurebindende Medikamente (Antazida) hemmen ebenfalls die Phosphataufnahme. 

Phosphoroxid 

Der Begriff Phosphoroxid bezeichnet mehrere chemische Verbindungen von Phosphor mit Sauerstoff:

  • Phosphortrioxid (P2O3)
  • Diphosphortetraoxid (P2O4)
  • Phosphorpentoxid (P4O10)

Phosphortrioxid sind weiche, farblose Kristall-Moleküle, die sehr giftig sind und mit Wasser zu Phosphoronsäure reagieren. Diphosphortetraoxid liegt ebenfalls in kristalliner Form vor und kann in Verbindung mit Wasser zu Phosphorsäure reagieren. Auch Phosphorpentoxid reagiert leicht zu Phosphorsäure. Beim Umwandlungsprozess wird starke Hitze freigesetzt.

Quellen

- https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/phosphor/
- http://www.onmeda.de/naehrstoffe/phosphor-hypophosphataemie-%28phosphatmangel%29-2276-4.html
- http://www.gesundheit.de/ernaehrung/naehrstoffe/mineralstoffe-und-spurenelemente/phosphor
- http://www.chemie.de/lexikon/Phosphor.html#Physiologie
- https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/polycythaemia-vera-pv/@@view/html/index.html