Grünkohl

Ein ganz typisches Wintergemüse ist der Grünkohl - oder in manchen Regionen auch Braunkohl oder Winterkohl genannt. In vielen Teilen Norddeutschlands wird um den Grünkohl ein regelrechter Kult betrieben und der ersten Ernte entgegengesehnt. Dann wird der Grünkohl häufig als deftige Mahlzeit mit Kasseler oder Knacker serviert, manche möchten dabei nicht auf Zucker als Zutat verzichten. Doch sollten Sie den Grünkohl unbedingt auch von seiner anderen, seiner gesunden Seite sehen - denn dieses Gemüse hat viel zu bieten.

Inhaltsangabe
  1. Gesundheitspotential
  2. weitere Anwendungsgebiete
  3. Lagerung
  4. Verwendung in der Küche
  5. Verschiedene Formen
  6. Medizinische Studien und Erkenntnisse

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Grünkohl

VitalstoffMenge je 100g
Natrium44.00 mg
Kalium490.00 mg
Calcium212.00 mg
Phosphor87.00 mg
Magnesium31.00 mg
Eisen1.90 mg
Vitamin A (Äquivalent)1447.00 mcg
Vitamin E1.70 mg
Vitamin B10.10 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.20 mg
Vitamin B3 (Niacin)2.10 mg
Vitamin B60.25 mg
Vitamin C105.00 mg

Der Kohl mit Geschichte

Bereits zur Zeit der alten Griechen im 3. Jahrhundert vor Christi wurde der Vorgänger des Grünkohls, der grüne Krauskohl, als Heilpflanze eingesetzt. Auch die alten Ägypter schworen auf die Heilkräfte des Kreuzblütengewächses. Ihm wurden schon früh Heilkräfte bei über 80 verschiedenen Krankheiten nachgesagt, von Husten über Magenbeschwerden bis zu Brustkrebs.

Proteinreiche Fleisch-Alternative

Der Grünkohl ist eines der gesündesten Wintergemüsesorten: Er ist reich an verschiedenen Nährstoffen und Vitaminen und auch sein hoher Proteinanteil ist bemerkenswert. Pro 100g kommt der Grünkohl auf etwa 4g Proteine. Für Vegetarier und Veganer ist Grünkohl daher eine gesunde Alternative zu Fleisch, da sie dennoch mit den wichtigen und nötigen Proteinen versorgt werden.

Zur Diätunterstützung

Der Grünkohl enthält nahezu kein Fett, mit nur einem Gramm auf 100g kann er zweifelsfrei als äußerst fettarm bezeichnet werden. Und dennoch ist dieses eine Gramm sehr wertvoll, denn es enthält Alpha-Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure. Somit ist der Grünkohl nicht nur ideal bei einer Diät, die Alpha-Linolensäure wirkt sich zudem schützend auf das das Herz-Kreislauf-System und auf die Nerven aus.

Für eine geregelte Verdauung

Die im Grünkohl enthaltenen Ballaststoffe wirken sich positiv auf die Verdauung aus. Das bedeutet, dass Heißhungerattacken unterdrückt werden (ebenfalls sehr hilfreich bei einer Diät), dass das Sättigungsgefühl schneller einsetzt, aber auch, dass Verstopfungen behoben werden und generell zu einer besseren Darmflora verholfen wird. Auch die Entgiftung wird unterstützt.

Schutz des Immunsystems

Der Grünkohl als Wintergemüse kann unter anderem mit seinen Vitaminen punkten. Tatsächlich gilt der Grünkohl sogar als das Vitamin C reichste Gemüse überhaupt und bietet damit eine großartige Stärkung für das Immunsystem und Schutz vor Erkältungen und Grippe.

Eine Energiequelle

Sollten Sie an Müdigkeit, Schlappheit und Konzentrationsstörungen leiden, könnte dies an Eisenmangel liegen. Der Grünkohl kann dabei als natürliche Energiequelle dienen, denn sein Eisenanteil hilft dabei, die genannten Probleme zu bekämpfen.

Für einen guten Knochenstoffwechsel

Wichtig für einen guten Knochenstoffwechsel und eine gesunde Muskultur ist die Zufuhr von Calcium. Davon ist im Grünkohl reichlich enthalten, tatsächlich wird dieser nur von der Brennnessel in Sachen Calciumgehalt übertroffen.

Zur Senkung des Osteoporose-Risikos

Das im Grünkohl enthaltene Vitamin K hat gleich zwei wichtige Funktionen: Zum einen unterstützt es das Calcium in die Knochen zu kommen, zum anderen verhindert es, dass sich Calcium in den Blutgefäßen absetzt. Das wiederum wirkt Gefäßverkalkungen entgegen und beugt dem Osteoporose-Risiko vor.

Wichtiges Chlorophyll

Im Grünkohl ist des Weiteren Chlorophyll enthalten, sogar mehr als im Brokkoli oder in der Brennnessel. Das Chlorophyll ist gleich an mehreren Stellen nützlich: Vor allem wirkt es hilfreich gegen Entzündungen, es wird ihm aber auch eine vorbeugende Wirkung bei Demenz und Diabetes nachgesagt, außerdem soll es den Muskelaufbau verbessern und das Darmkrebsrisiko mindern.

Anwendung in der Kosmetik

Aufgrund des im Grünkohl enthaltenen Vitamins A ist das Gemüse sehr gut für die Haut. Grünkohl ist zwar selten in der Kosmetik anzutreffen, doch gibt es einige wenige Bio-Produkte für die Hautpflege, die beruhigend, schützend und aufbauend wirken.

Grünkohl richtig lagern

Der Grünkohl sollte möglichst frisch erworben werden: Wenn die Blattspitzen trocken oder welk sind, hat der Kohl seine beste Zeit bereits hinter sich. Es ist also darauf zu achten, dass die Blätter noch sattgrün sind und keine gelben Ränder haben. Ein frischer Grünkohl kann dann bis zu fünf Tagen im Kühlschrank gelagert werden. Bereits vorverarbeiteter Grünkohl in der Konserve hält sich deutlich länger und muss nicht gekühlt werden.

Verwendung in der Küche

Wie eingangs bereits erwähnt, wird der Grünkohl gerne als deftige Mahlzeit serviert. Doch Grünkohl kann auch roh verzehrt werden, zum Beispiel in einem Salat, getrocknet als Chips oder gemixt zu einem gesunden Smoothie. Gedämpft, gekocht oder blanchiert lassen sich diverse leckere Grünkohlgerichte kreieren, wobei gilt: Umso schonender der Grünkohl zubereitet wird, desto mehr gesunde Inhaltsstoffe bleiben erhalten.

Verschiedene Formen

Am häufigsten kann der Grünkohl frisch oder bereits verarbeitetet in Konserven bzw. im Glas erworben werden. Doch ist es durchaus ebenfalls möglich Grünkohl in Pulverform zur Herstellung von Smoothies und Suppen zu kaufen. Getrockneten Grünkohl in Form von Chips sind meistens Importware, weshalb es sich anbietet, diese Chips selbst herzustellen.

Medizinische Studien und Erkenntnisse

Das beste Gemüse gegen Krebs
Bei einer gemeinsamen Studie der Universität Oldenburg und der Jacobs University in Bremen sollte nach der perfekten Grünkohlsorte aus Deutschland, Italien und den USA geforscht werden, um die Ergebnisse für die Grünkohlzüchtung zu nutzen. Dabei haben die Forscher entdeckt, dass nicht wie bisher angenommen der Brokkoli das beste Anti-Krebs-Gemüse ist, sondern der Grünkohl. Manche Grünkohlsorten enthalten sogar bis zu zehnmal mehr krebsvorbeugende Substanzen. Zur Studie.