Weintrauben

Weintrauben haben eine jahrtausendealte Geschichte. Schon in der Antike wurden die Früchte der Weinrebe zu Genuss- und Heilzwecken kultiviert. Die Heimat des wärmeliebenden Gewächses ist der heiße Süden. Hauptanbaugebiete sind daher die Mittelmeerländer, aber auch in Deutschland gibt es bedeutende Weinbauregionen, zum Beispiel in Baden-Württemberg, an Rhein und Mosel, in Franken sowie an Saale, Unstrut und Havel. Die Schalen der Weintrauben sind äußerst ballaststoffreich, außerdem enthalten die Früchte reichlich Folsäure und Mangan.

Inhaltsangabe

  1. Gesundheitspotential
  2. Weitere Anwendungsgebiete
  3. Lagerung
  4. Verwendung in der Küche
  5. Verschiedene Formen

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Weintrauben

VitalstoffMenge je 100g
Natrium2.00 mg
Kalium192.00 mg
Calcium12.00 mg
Phosphor20.00 mg
Magnesium9.00 mg
Eisen0.50 mg
Vitamin A (Ă„quivalent)1.00 mcg
Vitamin E0.70 mg
Vitamin B10.05 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.03 mg
Vitamin B3 (Niacin)0.30 mg
Vitamin B60.07 mg
Vitamin C4.00 mg

Mit Weintrauben gegen Darmträgheit und Verstopfung

Ballaststoffe sind mitnichten überflüssiger Ballast. Obwohl der Begriff zunächst negativ klingt, sind diese Stoffe extrem wichtig. Bei den Ballaststoffen handelt es sich um unverdauliche Pflanzenfasern. Unterschieden werden die löslichen und die unlöslichen Ballaststoffe. Die löslichen Ballaststoffe binden große Wassermengen. Im Dickdarm werden sie von den dort angesiedelten Bakterien zersetzt und zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen umgebaut. Das Stuhlvolumen nimmt zu und die nützlichen Bakterien, denen die Ballaststoffe als Nahrung dienen, vermehren sich. Die unlöslichen Ballaststoffe binden weniger Wasser und unterliegen auch keinem bakteriellen Abbauprozess. Dadurch wird das Stuhlvolumen noch stärker vergrößert und die Darmperistaltik angeregt. Ballaststoffreiche Weintrauben sorgen also für eine geregelte Verdauung, Entgiftung und Senkung der Blutfettwerte (Colesterinspiegel). Nebenbei unterstützen Ballaststoffe beim Abnehmen, denn sie lassen den Blutzuckerwert langsamer ansteigen und fördern das Sättigungsgefühl.

Ohne Folsäure sehen Sie blass aus

Die wichtigste Rolle spielt Folsäure bei der Synthese von roten Blutkörperchen. Die Blutzellen transportieren den lebenswichtigen Sauerstoff in unsere rund 70 Billionen Körperzellen. Der Körper kann Folsäure nur sehr begrenzt einlagern. Da die roten Blutkörperchen ständig neu gebildet werden, besteht ein ständiger Bedarf an Folsäure. Ein Folsäuremangel manifestiert sich zuerst in einer Blutarmut (Anämie). Am Aufbau von neuen Zellen und von Glückshormonen beteiligt sich die Folsäure ebenfalls. Ein erhöhter Bedarf besteht bei Frauen aufgrund des monatlichen Blutverlusts sowie während einer Schwangerschaft. Frauen können mit Weintrauben einen Beitrag zu einer ausgewogenen Folsäureversorgung leisten. Auch für die Produktion von Magensäure ist das Vitamin mit verantwortlich. Ohne Magensäure können Eiweiße nicht richtig vorverdaut sowie Calcium und Eisen nicht für unseren Stoffwechsel verwertbar gemacht werden.

Nur in Spuren vorhanden aber dennoch unentbehrlich

Mangan zählt zu den sogenannten Spurenelementen. Spurenelemente kommen im Körper nur in winzigen Konzentrationen vor, manche von ihnen sind im Blut oder Gewebe kaum nachweisbar. Dennoch sind diese Stoffe enorm wirkungsvoll. Manganmangel ist weit verbreitet. Fehlt es dem Körper an diesem Spurenelement, so fühlt sich der Mensch gereizt, nervös und schlapp. Das ist darauf zurückzuführen, dass Mangan in den Brennkammern unsers Körpers, den sogenannten Mitochondrien, für die Gewinnung von Zellenergie zuständig ist. In diesen winzigen, Billiarden von Mitochondrien wird Blutzucker und Fett verheizt und in Energie umgewandelt. Häufige Stimmungsschwankungen und "Durchhänger" können Hinweise auf ein Mangandefizit sein. Enzyme, die für den Aufbau von Knorpelmasse benötigt werden, sind von Mangan abhängig. Beim Entgiften und für einen gesunden Fett- und Kohlenhydratestoffwechsel spielt das Spurenelement eine wichtige Rolle. Ohne Mangan kann Fett, das sich in unschönen Pölsterchen eingelagert hat, nicht abgebaut werden. Ohne Mangan bleibt jede Diät erfolglos.

Weitere Anwendungsgebiete

Kaliumbitartrat ist ein kristallines Salz, das aus dem Rückstand gepresster Trauben und aus Ablagerungen in Weinfässern extrahiert wird. Damit lässt sich Backpulver (sogenanntes Weinsteinbackpulver), Abführmittel und Flussmittel zum Löten herstellen.

Traubenkerne zur Wärmeanwendung

So wie es Kirschkernkissen gibt, sind im Handel auch Kissen mit Traubenkernen erhältlich. Sie dienen ebenfalls für Wärmeanwendungen und können Verspannungen lösen und Schmerzen lindern.

Weintrauben richtig lagern

Die Haupterntezeit von Weintrauben erstreckt sich von August bis Oktober. Traubenproduzenten, vorwiegend in den Südländern, haben den Ehrgeiz, möglichst pralle und schöne Früchte zu verkaufen. Dazu werden die Trauben ausgiebig chemisch behandelt und auf dem Transportweg und im Großmarkt mit Wachsen und Harzen "aufgehübscht". Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Weintrauben sehr sorgfältig heiß und kalt zu waschen und die gesundheitsschädlichen Stoffe "abzurubbeln". Weintrauben halten sich im Kühlschrank einige Tage, wenn schimmlige oder beschädigte Beeren sofort entfernt werden. Trauben lassen sich durch Trocknen im Dörrapparat haltbar machen.

Verwendung in der Küche

Wohl kaum ein Gewächs ist so vielseitig wie der Weinstock. Neben dem Angebot als frisches Obst, ist Wein wohl das bekannteste Produkt, das sich aus Weintrauben herstellen lässt. Doch Weintrauben können mehr. Trauben bereichern jede Käseplatte, schmecken in pikanten Salaten sowie Obstsalat gleichermaßen lecker und eignen sich gut zur Herstellung von Saft und Gelee. Getrocknete Trauben - Rosinen und Sultaninen- sind unentbehrlich fürs Müsli oder Studentenfutter. Auch die (ungespritzten!) Blätter der Weinrebe sind verwendbar. Kurz blanchiert können sie mit Reis, Pinienkernen, Ziegenkäse oder Hackfleisch gefüllt und anschließend im Ofen gebacken werden. Etwas ganz besonderes aus der französischen Feinschmeckerküche ist der sogenannte Verjus oder Agrest. Verjus ist der ausgepresste Saft unreifer Trauben. Traditionell gilt dieser "grüne Saft" als Verdauungshilfe und Heilmittel und wird in der feinen Küche als Säureträger anstelle von Essig oder Zitronensaft verwendet. Personen mit einer Histaminunverträglichkeit, die keinen Zitronensaft verwenden und auch mit Essig Probleme haben, können diese Zutaten bedenkenlos mit Verjus ersetzen.

Gesundheitstipp: eine einwöchige Traubenkur im Herbst, bestehend aus 500 Gramm Trauben und 1000 Kalorien aus anderen Nahrungsmitteln, ist eine ideale Schlankheitskur, die keine Nährstoffdefizite hervorruft. Nieren, Blase und Harnwege werden gereinigt und der Körper entschlackt. So gehen Sie gestählt in die Wintermonate. Vorsicht bei Fruktosemalabsorption: Aufgrund des vergleichsweise hohen Fruktosegehalts von Weintrauben kann es bei einer solchen Kur zu Beschwerden kommen.

Verschiedene Formen

Weintrauben sind frisch, getrocknet, als Saft, Wein, Weinbrand und Gelee im Handel. Aus den Traubenkernen gewinnt man Traubenkernöl, das für Mayonnaisen und Salatsaucen Verwendung findet.