Granatapfel

Der Granatapfel, auch Grenadine genannt, gehört zur Familie der Weiderichgewächse und gedeiht in West- bis Mittelasien, im Mittelmeerraum, im Nahen Osten, in Südamerika und der Karibik. Schön anzusehen ist die rosafarbene bis tiefrote, runde Frucht mit süß-saurem, leicht herbem Geschmack, die in ihrem Inneren viele saftige Kerne hat. Sie steckt voller gesunder Inhaltsstoffe, wie Antioxidantien, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die eine positive Wirkung auf unseren Körper haben.

Inhaltsangabe
  1. Gesundheitspotential
  2. Wechselwirkungen von Granatäpfel
  3. andere Anwendungsgebiete - Verwendung in der Kosmetik
  4. Lagerung
  5. Verwendung in der Küche
  6. Verschiedene Formen

 

Vitamin- und Mineralstoffgehalt von Granatapfel

VitalstoffMenge je 100g
Natrium2.00 mg
Kalium238.00 mg
Calcium8.00 mg
Phosphor17.00 mg
Magnesium3.00 mg
Eisen0.50 mg
Vitamin A (Ă„quivalent)7.00 mcg
Vitamin E0.20 mg
Vitamin B10.05 mg
Vitamin B2 (Riboflavin)0.02 mg
Vitamin B3 (Niacin)0.30 mg
Vitamin B60.11 mg
Vitamin C7.00 mg

Vorbeugend & unterstützend bei Wechseljahresbeschwerden und verschiedenen Krebsarten

In den letzten Jahren wird der Granatapfel immer mehr und mehr als "Superfood" angesehen. Er nützt unserer Gesundheit durch seinen reichen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, wie Polyphenolen und Flavonoiden. Diese antioxidativen Substanzen neutralisieren freie Radikale im Organismus und verhindern so Zellschädigungen. Auch enthalten Granatäpfel lebenswichtige Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Kalium, Calcium und Magnesium. Beim Vitamin C-Gehalt schneidet der Granatapfel im Vergleich mit anderen Obstsorten eher schlecht ab. Während er pro 100g Fruchtfleisch nur 7mg Vitamin C aufweist, enthalten Orangen beispielsweise etwa sechs Mal so viel dieses wichtigen Stoffes. Des Weiteren enthält die Frucht etliche B-Vitamine (B1, B2, B3 und B6) sowie Vitamin E und A.

Gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Der Granatapfel steckt voller Antioxidantien, die einen positiven Effekt auf unsere Herzkranzgefäße haben. So entfalten Polyphenole und Flavonoide eine schützende Wirkung gegenüber dem "schlechten" LDL-Cholesterin, welches zu einer Verkalkung der Gefäße führt. Hierbei verhindern Antioxidantien aus Granatäpfeln die Ablagerung von Lipiden wie Cholesterin an den Arterienwänden. Nach Aussagen von einigen Forschern verbessert ein Glas Grantapfelsaft am Tag die Elastizität der Gefäße und die Durchblutung. Zudem kann es dem Körper bei der Regulation des Blutdrucks helfen. Aufgrund dieser Eigenschaften taugen Granatäpfel zur Diätergänzung. Langfristig können Sie mit gesunder Ernährung und dem regelmäßigen Verzehr von Granatäpfeln erhöhten Blutspiegeln an Triglyceriden und Cholesterin entgegen wirken und Erkrankungen wie Arteriosklerose vorbeugen.

Gegen Entzündungen

Granatapfelsaft hat aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine antioxidative Wirkung, die Entzündungsprozesse im Organismus hemmen soll. So ist es möglich, dass Granatapfel-Polyphenole zum Beispiel die entzündliche Zerstörung von Gelenkknorpeln bei Arthritis bremsen. Zudem sollen sie entzündungshemmende Effekte im Gehirn aufweisen, welche bei Multipler Sklerose und Morbus Parkinson vielversprechend sind. Dennoch liegen nur wenige gesicherte Daten vor, die den Granatapfel als Entzündungshemmer bestätigen.

Wirkt positiv auf das Gehirn

Der Verzehr von Granatäpfeln soll zudem einen positiven Effekt auf Gehirn und Nerven haben. Die Wirkstoffe der Früchte sollen laut verschiedener Studien der vaskulär bedingten Demenz und der Alzheimer-Demenz entgegen wirken. Zur Studie.

Vorbeugend gegen Brustkrebs

Eine Studie aus dem Jahre 2002 zeigte, dass Granatapfel-Polyphenole vorbeugend gegen Brustkrebs wirken und die Brustkrebs-Therapie unterstützten können. Da Polyphenole die Östrogenbildung hemmen, bremsen sie in der Folge das Wachstum von Tumorzellen. Hierbei war fermentierter Granatapfelsaft doppelt so effektiv wie frischer Saft. Zur Studie.

Unterstützend gegen Prostatakrebs

Wie Forscher unter der Leitung von Dr. Mee Young Hong herausfanden, erhöht der Granatapfel durch seine antientzündlichen Inhaltsstoffe die Wirksamkeit von Strahlen- und Chemotherapie und reduziert deren Nebenwirkungen bei Prostatakrebs. Patienten, die die Frucht konsumierten, haben im Anschluss an die konventionelle Krebstherapie später und seltener ein Wiederauftreten der Krankheit erlebt. Zur Studie.

Bei Potenzstörungen

Gefäßschützende Effekte der Frucht können eine Besserung bei Patienten mit Erektionsstörungen herbeiführen.

Bei Diabetes

Die cholesterinsenkenden Inhaltsstoffe des Granatapfels können Diabetes entgegen wirken.

Bei Eisenmangel

Während der Monatsblutung oder einer Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Eisenmangel, was oft zu Unruhe, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwäche führt. Da Granatäpfel viel Eisen enthalten, können sie den Hämoglobinwert anheben und einer Anämie vorbeugen.

Beschwerden durch die Wechseljahre

Die auf Erfahrung und traditionelle Anwendung basierende Medizin in südlichen Ländern geht von einem positiven Effekt der Frucht bei Wechseljahresbeschwerden aus. Dafür sollen die in den Kernen enthaltenen pflanzlichen Hormone (Phytoestrogene) verantwortlich sein. Forschungsergebnisse zu diesem Anwendungsbereich gibt es jedoch nicht.

Enthaltene Polyphenole zeigen positive Wirkung auf Leukämiezellen

In einer japanischen Studie aus dem Jahre 2004 konnten Forscher die Wirkung von Polyphenolen aus Granatapfelsaft auf Leukämiezellen beweisen. Hierbei bildeten sich die untersuchten Leukämiezellen entweder zu normalen Zellen zurück oder starben den programmierten Zelltod. Zusätzlich zeigt die Studie, dass die Polyphenole das Wachstum neuer Blutgefäße hemmten und damit die Ausbreitung des Krebses verlangsamten.  Zur Studie.

Für ein besseres Hautbild

Dank ihrer antioxidativen Wirkung können Granatäpfel das Hautbild verbessern. Ihre Inhaltsstoffe wirken vorzeitiger Hautalterung entgegen und glätten den Teint.

Verbessert Wohlbefinden und Liebesleben

Laut einer britischen Studie aus dem Jahre 2012 bewirkt ein Glas Granatapfelsaft pro Tag eine Verbesserung des Wohlbefindens gesunder Frauen und Männer. Bei beiden Geschlechtern stiegen zudem das sexuelle Verlangen und der Testosteronspiegel deutlich an. Zur Studie.

Wechselwirkungen

Granatapfelsaft löst Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten aus, ähnlich wie Grapefruitsaft. Er hemmt das Cytochrom-P450-System in der Leber, wodurch sich Medikamente im Organismus langsamer abbauen. Dies kann eventuell so weit gehen, dass sich medizinische Wirkstoffe bis zu einer toxischen Menge im Körper ansammeln. Trinken Sie deshalb Granatapfelsaft keinesfalls zur Medikamenteneinnahme und befragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker zum korrekten zeitlichen Abstand.

Anwendung in der Kosmetik

Das wertvolle, intensiv pflegende Granatapfelkernöl wird für verschiedene kosmetische Produkte und Anwendungen genutzt. Das Öl wird aus den Kernen kalt gepresst und besteht zu über 60 Prozent aus Gamma-Linolensäure (Punicinsäure), eine mehrfach ungesättigte Fettsäure. Diese Säure ist ein sehr effektives Antioxidans, das eine regenerierende, beruhigende und Falten reduzierende Wirkung besitzt. Da Granatapfelkernöl den Hautstoffwechsel belebt und die Zellerneuerung anregt, ist es besonders für reife und stark beanspruchte, aber auch sensible und trockene Haut geeignet. Die Inhaltsstoffe des Naturprodukts festigen die Konturen, sorgen für eine bessere Elastizität der Collagenfasern, glätten und kräftigen die Hautoberfläche und schützen vor Umwelteinflüssen. Für die zarte Augen- und Mundpartie ist Kosmetik mit Granatapfel ideal.

Granatäpfel richtig lagern

Granatäpfel reifen nach der Ernte nicht nach. Sie können die unversehrten Früchte problemlos etwa 2-3 Wochen bei Zimmertemperatur lagern. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sie sich sogar mehrere Monate. Ihre lederartige, dicke Schale gewährleistet diese gute Haltbarkeit, da sie das Innere der Frucht gut schützt. Wichtig ist, dass Granatäpfel bei der Lagerung nicht zu großer Hitze ausgesetzt sind, weil dies die Schale zum Platzen bringen kann. Man kann sagen, sie "explodieren" regelrecht und verspritzen ihre Kerne dann in alle Richtungen. - Dieser Eigenschaft verdankt der Granatapfel seinen Namen.

Verwendung in der Küche

Sehr gesund ist der pure Genuss frischer Granatäpfel, die von September bis Dezember aus den Anbauländern in unsere Supermärkte und Gemüseläden geliefert werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Frucht keine Dellen aufweist und eine glatte, feste Haut hat. Ratsam ist es, schwere, große Granatäpfel auszuwählen, denn diese haben besonders saftige Kerne. Mit Granatapfelkernen können viele unterschiedliche Desserts verfeinert werden. Probieren Sie zum Beispiel Honig-Crêpes mit Granatapfel oder Ricotta mit Mandeln und den roten Kernen. Auch bei herzhaften Gerichten sind die herb-süßen Kügelchen eine beliebte Zutat. Besonders in der orientalischen Küche, aber auch zu Pasta, zu Salaten oder Snacks schmecken sie hervorragend.

Verschiedene Formen

Vom vollen Wirkungsspektrum eines Granatapfels profitieren Sie nur bei reifen Früchten, die an einer tiefroten Färbung erkennbar sind. Frische Granatäpfel enthalten zwar alle Vitalstoffe, sind aber nicht immer verfügbar. Deshalb können Sie auch zu hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Diese sollten am besten durch Gefriertrocknung gewonnen werden, denn hierbei bleiben alle Inhaltsstoffe erhalten. Achten Sie beim Kauf auf Bio-Qualität und die Angabe der Vitalstoffe, denn nur Präparate mit ausreichendem Polyphenol-Anteil sind gesundheitsfördernd. Zudem ist Granatapfelsaft sehr gesund, vor allem wenn es sich um Direktsaft ohne Zusätze oder um fermentierte Granatapfelsäfte handelt. Beim Prozess der Lebendfermentation beeinflussen probiotische Mikroorganismen mit ihrem natürlichen Enzymspektrum die Granatapfelsaftpolyphenole und setzten sie frei. Auf diese Weise werden die Polyphenole gleichsam vorverdaut, wodurch sie besonders bioverfügbar und wirkungsvoll sind.

 

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